Packtag I
260619
Darauf können wir uns freuen, oder?

Die Prognose für die zweite Woche unterscheidet sich nur unwesentlich. Das Thermometer möchte auf bis auf 41 Grad im Spreewald steigen.
Gut, dass im Ferienhaus in Alt Zauche-Wußwerk eine Waschmaschine vorhanden ist.
Anreise
Meine Entscheidung steht. Die mehr als 630 Kilometer lange Anreise teilen wir auf. Mir fehlt die Lust und die Energie, alleine mit meiner Partnerin bei den Temperaturen durchzufahren.
Im letzten Jahr mussten wir die Radtour entlang der Weser vorzeitig beenden. Die A2 überquert die Weser. Warum nicht an der Weser einen Zwischenstopp einlegen? Im 2025 ausgesuchten Hotel Brückentor in Rinteln konnte ich ein Doppelzimmer mit Frühstück, buchen. In Rinteln an der Weser machen wir Station.
Ich packe meinen Koffer…
Tja, was packe ich ein?
Nun habe ich das Glück, dass meine Frau sich nicht mehr allzu aktiv ins Aussuchen der Bekleidung einmischt. Zugleich muss ich mir der Frage stellen, ob das, was ich einpacken kann, reicht und angemessen ist. Nicht jede Kombination, die ich schön und passend finde, wird von ihr akzeptiert. Nicht alles lässt sich planen. Sollte es so sein, dass es nicht genehm ist, dann müssen wir damit umgehen.
Fehlende Zeit
260625
Es hat lange gedauert, bis ich von dem, was uns begegnet und wie es ist, erzählen kann.
In den zurückliegenden Tagen drückte mich eine tiefe Müdigkeit. Wenn ich es bis 22 Uhr schaffte, die Augenlider geöffnet zu halten, war das sehr lang. Ob es das Wetter in Kombination mit den Veränderungen bei meiner Partnerin ist oder irgendetwas anderes? Ich weiß es nicht zu sagen. Fakt ist, dass mir mindestens zwei Stunden am Tag fehlen.
Heute beginne ich rückblickend von den ersten Reisetagen zu berichten.
Reisetag I
Anreise
260622

6 Uhr aufstehen, 10:30 Uhr Abfahrt. Völlig entspannt, ging es auf die Reise. Wie viele male zuvor, war was bereits gepackt war, bereits im Kofferraum verstaut. Zum Schluss kamen die beiden Räder auf den Träger. Meine Frau ist überfordert. Sie möchte etwas tun. Außer beim Transportieren der letzten Taschen und des kleinen Koffers zum Auto, bleibt nichts mehr zu tun. Zuvor hat sie gespült und das war sehr hilfreich. Zum einen ist es wirklich eine Unterstützung, zum anderen ist es dieses Gefühl, ich trage etwas bei, nicht zu verachten. Ob sie sich das dabei denkt, weiß ich nicht zu sagen. Doch mir fällt es immer wieder ein. Darum bedanke ich mich bei ihr. Nein, es ist nicht selbstverständlich, denke ich.
Die Fahrt ist okay. Wenn wir Pause benötigten, hielten wir an. Die Stop-and-go Phasen waren überschaubar. Gute Musik, in Erinnerung an das Konzert von Sarah Connor in der vergangenen Woche und Podcasts begleiteten uns. Was mich freute war, dass meine Frau bei den Songs von Sarah Connor, oft mitsang. Singen tut uns beiden gut.
Zwischenstopp an der Weser
Gegen 14 Uhr parkten wir den Peugeot im Parkhaus gegenüber des Hotels. Im Hotel Brückentor konnten wir direkt einchecken. Ein Zimmer in der sechsten Etage mit Blick auf die Weser.
Für meine Frau gut und Stress zugleich. Im Laufe des Tages fragt sie mich, ob wir jetzt für immer hier wohnen würden.
Um nach der Autofahrt in Bewegung zu kommen, laufen wir die sechs Stockwerke über das Treppenhaus hinunter. Das ging.
Später die sechs Etagen hoch. Mein Fehler. Bis Stockwerk 3 gerade noch okay. Alles danach war ein Irrtum. Schließlich auf sechs angekommen, das Zimmer erreicht, einfach nur noch sich hinlegen.

Später sind wir zu einem zweiten Spaziergang durch Rinteln aufgebrochen. Die vielen Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die einen prachtvoll restauriert, die anderen in einer Art Dämmerschlaf.





Kulinarisch haben wir es gut angetroffen. Allerdings war zu viel auf unseren Tellern. Mitnehmen konnten wir die Reste nicht, denn wo hätten wir sie im Auto kühl lagern können? Sehr schade.
Reisetag II
Ankommen
260623
Ich und erste Nächte in fremden Betten. Das Kopfkissen passte nicht zu mir. Meine stille Hoffnung, die Krämpfe am Rhein zurückgelassen zu haben, wurde mit einem Krampf zerrissen. Ein zweiter folgte um kurz nach vier Uhr. Fast Punkt sechs Uhr war meine Partnerin wach. So wie ich. Dann raus und langsam den Tag beginnen.
Das Frühstücksbüffet war sehr reichhaltig, viel Obst und Käse. Warum nicht herzhaft und mit Obst frühstücken? Lecker war es.
Die Chefin des Hotels war es, die das Frühstück zubereitet hatte und den Service machte. Ich hatte eine Frage zur Raumgestaltung. Es hing ein Foto aus Amsterdam im Speiseraum. Daraus entwickelte sich eine gute Unterhaltung zur Geschichte und der Perspektiven mit dem Neubau und der Renovierung des Hotels. So etwas mag ich.

Alt Zachau. Das liegt nun hinter uns. Um es gleich zu sagen, ich würde für eine Woche wieder hierhin reisen. Voraussetzung ist, dass wir erneut im Haus von Johanna und Florian wohnen können.
Erinnerungsorte
Sorry, ich bin schon länger auf dieser Welt. Höre ich „Spreewald“, dann schwingen Erinnerungen mit. Da halten wir kurz an der BAB Raststätte Marienborn. Mein Blick schweift nach Osten und da stehen sie, die Reste der ehemaligen Kontrollstelle zur Einreise in die DDR oder zum Transit nach West-Berlin. Ein fürchterlicher Ort in meiner Erinnerung. Ohne hier eingereist zu sein, hätten wir seinerzeit den Spreewald nie kennengelernt.
Weiter gehts nach Potsdam, wo wir zum Mittagessen mit einer Freundin im „11-line“ verabredet sind. Ein nettes kleines Café, das sich als „Melting Pot“ versteht. Wir finden, ein Besuch lohnt in jedem Fall.

Jetzt sind wir dort, wo wir hingewollt haben. Im Spreewald, in Stara Niwa, einer „Deutsch-sorbische/wendische Gemeinde“ die von sich sagt: „Wir pflegen immaterielles Kulturerbe“ oder anders ausgedrückt: „Woplêwamy immaterielle kulturne derbstwo.“
Angekommen – Auspacken – Entdecken
Unser Ferienhaus. Bei Airbnb habe ich es im vergangenen Jahr gefunden. Mein Partnerin wollte in den Spreewald. Wenn sie ein Reiseziel benennt, dann ist das wunderbar.
Ob meine Frau jeden Tag bei Null startet, weiß ich nicht zu sagen. Ab und an scheint es mir so. Immer wieder ist ihr entfallen, wo das Bad, wo die Toilette zu finden ist, wo das Schlafzimmer, wo die Küche ist, was ist oben, was ist unten. Ob unser Auto da stehen darf? Fahren wir jetzt? Die Liste dieser Orientierungsfragen ließe sich nahezu endlos fortsetzen.
Was mit sofort auffällt, wir kommen in ein Wohnhaus, das nicht als Ferienhaus geplant und eingerichtet wurde. Wir sind zu Gast im Zuhause unserer Vermieter. Zu achten, was hier alles rumsteht und nicht für uns gedacht ist, fällt uns leicht. Wie auf den Fotos zu sehen gewesen war, ist das Bad großzügig bemessen und kommt unserem Bedarf sehr entgegen.
Das Obergeschoss ist wunderbar. Doch auch hier gilt, dass die Hitze immer nach oben steigt. Unser Mittelpunkt ist unten. Hier schlafen und essen wir oder malen oder erzählen oder… Das alte, dicke Gemäuer ist ein guter Hitzeschutz.
In der vorausgehenden Kommunikation hat sich herausgestellt, das Johanna und Florian, sehr freundlich und zugewandt auf unsere Fragen reagierten. Dies hat unser Ankommen, sehr unterstützt.
Der erste Spaziergang ins Dorf führte uns in den „Spreewaldladen“. Einige Köstlichkeiten für den Aufenthalt haben wir mitgenommen. Eier aus dem Dorf, Leinöl in zwei Varianten, Spreewälder Dill-Senf und Spreewälder Letschko. Vor allen Dingen den dringenden Hinweis, doch noch rüber zu den Frauen des Traditionsvereins im Hanschkow Haus zu gehen. Die Plinsen seien dort sehr gut und günstig. Wir hätten noch vierzig Minuten Zeit. Schon jetzt weiß ich, dass bevor wir in der kommenden Woche wieder abreisen, ich mich noch mit Produkten dort versorgen werde.

Also so zum Traditionsverein. Immer dienstags treffen sich die Frauen, backen Plinsen und wer mag kommt vorbei und lässt es sich schmecken.
Dass ich zwei Plinsen bestellte hat verwundert. Ich vermute, niemand nimmt nur eine Plinse. Wir haben sie bekommen. Lecker war es. Kommenden Dienstag werden wir, wenn nichts dagegen spricht, wiederkommen und dann bestimmt mehr Plinsen bestellen.

Einkaufen im Marktkauf, Lübben. Eine Empfehlung unserer Vermieter. Ein Spaziergang durch das Dorf unternehmen wir. Ein weiteres Storchennest, diesmal mit drei Jungtieren, haben wir entdeckt und eine kurze Zeit zugeschaut. In Summe waren es 6 Störche.
Zeit fürs Bett
Wieder zurück im gut gekühlten Ferienhaus. In meinen Versuch darüber nachzudenken was wir bei den täglich steigenden Temperaturen machen könnten, klinkte sie sich meine Frau erst gar nicht ein. Sie sitzt einfach auf der Küchenbank. Es ist noch vor zwanzig Uhr. Ihre Ermüdung ist nicht zu übersehen. Immerhin, bis 20:15 Uhr verwickele ich sie und erst dann geht es zum Zähne putzen und im Anschluss ins Bett. Die erste Nacht im Ferienhaus.
Ich denke an die vielen Fragen und an Beobachtungen der letzten Tage. Gestern, die wiederkehrende Frage, ob wir jetzt lange im Hotelzimmer schlafen werden. Ihre Unsicherheit, wer denn die Frau sei, mit der zu Mittag essen werden. Woher ich meinen besten Freund kennen würde. Ihre fast verzweifelte Feststellung, dass sie mit ihrem Körper nicht einverstanden sei. Betrachte ich es zusammen, dann ist da eine Menge los bei ihr. Ich bin gespannt.
Erstaunlich gut geht meine Partnerin mit der Belastung um. Den ganzen Tag über reiche ich ihr die Trinkflasche. Ohne Kommentar nimmt sie die und trinkt. Beruhigend für mich. Dennoch. Meine Sorge, dass sie zu wenig trinken könnte und sich Probleme einstellen, kann ich nicht ausblenden.
Gestern schrieb ich den Satz in mein Tagebuch: Ich bin müde und aus Vernunftgründen werde ich, wenn das iPad zugeklappt ist, mich hinlegen.“ Heute ist es nicht anders. Was ist los?
Reisetag III
Heiße Radtour
260624
Guten Morgen
Der erste Tag in Alt Zauche, nach einer relativ guten Nacht ohne Krämpfe, beginnt. In der Nacht, so zwischen 5 und 6 Uhr wurde ich geweckt. Meine Frau suchte die Toilette. Kein Problem. Wir haben uns wieder auf die Betten gelegt.
Aufstehen und ab ins Bad. Mal schauen, wie funktioniert was. Um in die Eckwanne mit Sitzgelegenheit zu kommen, brauchte meine Partnerin meine helfenden Hände, wie beim Rest. Aus der Dusche zu steigen, funktioniert nur mit meiner Assistenz. Sie ist so unsicher geworden. Sobald sich ein Fuß vom Boden hebt steigert dies ihre Unsicherheit. Neben ihr zu stehen, damit sie sich festhalten kann, ist Standard. Um nicht in die vielen Details zu gehen fasse ich es mittlerweile so zusammen: Meine vollständige Unterstützung ist erforderlich. Stopp. Nicht vollständig. Mit ihrer Brille, ihren Ohrhänger und der Watch kann sie ohne meine Unterstützung umgehen.
Erstes Frühstück
Erstes Frühstück in Alt Zauche. Die Fortführung der Morgentoilette. Ich stelle vor ihr eine Schüssel, den Topf mit Müsli und einen Esslöffel hin. Ich: Das Müsli hast Du gestern Abend zusammengemischt. Meine Frau nimmt den Esslöffel und rührt in der Müslischüssel. Ich: Füll doch Müsli in Deine Schüssel. Sie schaut mich fragend an. Ich zeige ihr, was sie tun soll, stelle ihr den Joghurt dazu. Das funktioniert. Doch mit der Milchpackung kann sie nichts anfangen. Hier ist einfach alles anders und neu.
Unpässlich
Sie fragt, wo die Toilette sei. Ich zeige sie ihr und kehre in die Küche zurück. Als sie wiederkommt, frage ich, ob alles in Ordnung sei. Sie bejaht das. Kaum fünf Minuten auf der Küchenbank sitzend, stellt sich die Unpässlichkeit ein. Eine ziemlich hektische Situation für sie. Ich assistiere wie und wo sie es braucht.
In der Küche sitzend frage ich danach, ob sie schlafen möchte. Sie verneint. Ein paar Minuten später sehe ich, dass sie immer weiter in sich zusammen sinkt und die Augen schließt, wieder aufreißt, schließt… „Komm, ich bringe Dich ins Bett“, sage ich und reiche ihr meine Hand. Sie lässt sich hinlegen. Das ist gut. Meine Hoffnung ist, dass dieses Schlafen den Reset-Effekt mit sich bringt. Dann startet der Tag neu.
Reset
100 Minuten habe ich meine Partnerin schlafen lassen. Sie brauchte einen Moment um wach zu werden und aufzustehen. Doch es ging ihr ganz gut. Der Reset hat funktioniert.
Sie ist erfreut, dass wir jetzt mit den Rädern fahren.
Ziel: Straupitz, die Mühle und die Schinkel-Kirche. Meine Vorbereitungen für das Rad fahren waren bereits abgeschlossen. Lediglich das Wasser musste noch eingepackt werden.
Auf dem Weg nach Straupitz kamen wir am Kahnhafen von Alt Zauche vorbei. Auf der Anzeigentafel war für kommenden Samstag eine Kahnfahrt eingetragen. Die Nummer gewählt, nachgefragt und direkt gebucht. So werden wir in Alt Zauche in einen Kahn steigen um durch den Hochspreewald zu gleiten. Wir freuen uns drauf. Bereits zuvor hatte ich für den 2. Juli eine Kahnfahrt ab Straupitz gebucht. Gemeinsam mit meinem Schwager und Freund, gleiten wir durch den Straupitzer Spreewald und den Schlosspark von Straupitz.
Straupitz
Die markante Kirche von Schinkel, ist ein Statement. Riesig. Im Inneren, die Kirche war offen, typisch protestantisch. Kaum Bilder, große hell gestrichene Wände. Auf drei Etagen sind die Bänke für die Gottesdienstbesucher:innen verteilt. Wie viele kommen heute noch zu den Gottesdiensten? Wie kann die Gemeinde eine solche Kirche unterhalten?
Die Holländer Mühle am anderen Ende von Straupitz, kommt uns bekannt vor. Wir kennen diesen Typ von Mühle von den zahlreichen Besuchen in den Niederlanden und vom Niederrhein.

Ein sehr vertrauter Anblick. Im kleinen Café das zur Mühle gehört, konnten wir gut sitzen, etwas trinken und eine Kleinigkeit essen.
Bei über 30 Grad sind wir auf die Räder und los geradelt. Alle 15 Minuten eine Trinkpause. Entlang eines Flies, im Schatten der Bäume, weht ein kühlender Wind, wenn auch der nicht über die Hitze hinwegtäuschen kann.
Die Hitze bringt es mit sich, das meine Frau von alleine Durst empfindet und trinken möchte. Ein sehr guter Ansatz.
Dass wir unter diesen Bedingungen die 25,6 Kilometer so leicht geradelt sind, hat mich überrascht.
6 uns noch nicht bekannte Störche (3 Jungstörche, drei ausgewachsene) haben wir auf der Radtour nach Straupitz und in Alt Zauche entdeckt.

Zurück in Alt Zauche, waren wir vollkommen durchgeschwitzt. Einmal kompletter Klamottenwechsel. Zuvor Duschen. Wie am Morgen war es an mir, zu assistieren. Nicht so einfach heute Nachmittag. Doch wir haben es hinbekommen.
Genuss und Einkauf
Auf nach Lübben. In einer Apotheke wollte ich ein Tablettendisplay erstehen. Unsere hatte ich nicht eingepackt. Noch in Alt Zauche erreichte mich von eine Nachricht: „Hellou, ich hoffe ihr esst ganz viel Eis und trinkt genug! Bitte passt auf euch auf bei den Temperaturen 🤗“. Okay, das mit dem Trinken hat heute gut geklappt, dann fehlt noch ein Eis.
Wenn mein Erinnerungsvermögen in Takt ist und das sollte es in Fragen eines Eiscafé sein, sind wir auf der Anreise durch Lübben an einem großen Eiscafé vorbei gefahren. Richtig. Diesmal parkte ich den 3008 auf dem Parktplatz vom Eiscafé Seidel. Drei Kugeln Eis für jeden von uns.
Nach dem Einkauf des Displays sind wir noch ein paar Schritte durch die Innenstadt gelaufen. Vor der riesigen protestantischen Kirche am Markt stand ein Denkmal für Paul Gerhard. Er wirkte hier für einige Jahre als Pfarrer und ist in Lübben beigesetzt. Mit dem Namen verbinde ich Kirchenlieder mit mindestens 12 Strophen.
Im Dorf
Wieder zurück im Dorf. Beim Spaziergang durch Alt Zauche sind wir zum Feuerwehrhaus um die Ecke um einen Blick auf das Storchennest zu werfen. Wenige Schritte weiter fiel mir dieses Zeitzeugnis auf. Das gesamte Objekt sieht abgerockt aus. Was war wohl damals hier los, mit welchen Gefühlen wurde hier dieses „10 Jubiläum“ gefeiert. Sicherlich nicht den Beginn des Niedergangs?

Abendessen: Salat mit einem Dressing aus hellem Balsamico und Leinöl mit Dill. Etwas Salz und Pfeffer zum Abrunden. Jeder einen halben Büffel-Mozarella und ein halbes Brötchen. Lachs für meine Frau, bei mir ohne alles. Ein Riesling für mich und den Rosé für die Frau an meiner Seite.
Meine Müdigkeit holt mich echt schnell ein. Jetzt, um 22 Uhr, fallen mir die Augen zu. Nichts habe ich von unserer Reise bislang online präsentiert. Heute ist der dritte Tag. Ist das Wetter in Kombination mit dem sich auf die neuen Veränderungen einstellen, der Grund für das Fehlen von Energie? Mir fehlen diese zwei Stunden bis zur Mitternacht für mich.
Reisetag IV
260625
Das Aufstehen fiel uns beiden leicht. Nur ein heftiger Krampf hat mich heute Nacht aus dem Bett geworfen. Ansonsten konnte ich gut schlafen. Noch vor sechs Uhr war ich hellwach. Meine Frau schaute mich an. Auf meine kurze Frage: Sollen wir aufstehen? schlug sie ihre Decke zurück und stand auf.
Wie jeden zweiten Tag wollte meine Partnerin ihre Haare waschen. Ergo habe ich sie aktiv unterstützt. Und ich vermute, dass es nicht ist, weil sie meine Gegenwart so liebt und mich manipuliert. Es scheint so zu sein, dass fast nichts mehr von der Selbständigkeit übrig ist, die sie auszeichnete.
6:26 Uhr. Wir frühstücken. Es ist noch nicht einmal 7 Uhr und wir sind fertig. Der Tag kann kommen. Er ist ja schon da. Mal schauen, was wir tun werden.
Postkarten
Meine Frau soll sich ihre Fotos der vergangenen Tag anschauen. Aus ihnen werden wir Postkarten zum Versenden machen. Vor Tagen hegte sie den Wunsch ihrer Tochter eine Karte zu schreiben. Nun wird es umgesetzt.
Der Umgang mit dem Album des iPhones gelingt im Wesentlichen. Meine Aufforderung, ein Bild, was sie besonders mag mit dem Herzen zu markieren, hätte ich mir sparen können. Sie sieht sich ein Bild an, freut sich über ein Detail, ist verwundert, dass häufig „Alt Zauche“ da steht. Das Herz anzuklicken, gelingt ihr nicht. Drei Fotos von ihrem iPhone zeigte ich ihr. Mit meiner Auswahl ist sie einverstanden.

Jetzt zieren die Fotos die Vorderseite der Postkarte. Alle drei Kinder mit Anhang, die englische Verwandtschaft und unsere Mutter werden diese Karte mit ihren Fotos in den kommenden Tagen im Briefkasten finden.
Dann ist es ihr doch zu viel und zu anstrengend. Immer wieder senken sich ihre Augenlider und sie muss gähnen. Sie ist müde und möchte schlafen. Wir sprechen von 8 Uhr morgens. Ihrem Bedürfnis gebe ich für 80 Minuten ohne Zögern nach. So, wie sie jetzt ist, können wir nicht los. Alleine im fremden Haus zu lassen ist nicht möglich.
Seen entdecken
Abwarten und Texte für den Blog schreiben. Dann ist sie wach und ist einverstanden, dass wir tanken fahren. Um günstig zu tanzen sind wir ins 15 Kilometer entfernte Goyatz am Schwielochsee gefahren. Kurz mal um die Ecke, gibt es hier nicht. Am Schwielochsee stellen wir das Auto ab. Wir setzen uns auf eine Bank und schauen dem Treiben im Wasser zu. Mit den Füßen bin ich ins Wasser gestiegen. Warm. Nicht zu vergleichen mit den 13 Grad Ostseewasser. Sicherlich sind es zwanzig Grad. Gäbe es einen FKK, würde ich reinspringen. Doch die Badehose liegt noch im Koffer. Und der ist nicht im Auto. Vielleicht kehren wir ja noch einmal hierhin zurück. Oder wir radeln mit den Rädern zum Briesener See, der nur 6 Kilometer von uns entfernt liegt und auch über einen Badestrand verfügt.
Wie an jedem Tag zählen wir die „neuen“ Störche, die wir sehen. Auf dem Hin- und Rückweg waren es fünf Störche.
Mittagessen zu Hause: Salat mit Käsestreifen, Lachs bei ihr, gekochte Eier für mich. Das Dressing aus Spreewald Dill Senf, hellem Balsamico, Olivenöl, ein Spritzer Kochsahne, Salz und Pfeffer war sehr lecker. Werde ich mir merken.
Das Energielevel meiner Partnerin ist einfach viel zu niedrig und sie ist erneut müde. Ein zweites Mal schläft sie. Die Temperaturen machen ihr zu schaffen. Dabei ist es im Haus gut auszuhalten. Es ist nicht zu ändern. Für rund eine Stunde legt sie sich ins Bett.
Heiß, das Wasser geht

Unser Sohn verschickt diese Diagramm. So ist es. Meinem Empfinden nach, liegt der DWD vollkommen richtig, mit der Zusammenfassung. Ändern lässt sich in den kommenden Jahren nichts mehr. Alles was wir heute erleben, haben wir vor Zeiten angerichtet. Jetzt wird serviert. Hier im Spreewald gibt es die große Sorge vor Waldbränden. Alles ist trocken. Überall finden sich Schilder, die achtlos entsorgte Kippen als Brandstiftung einordnen.
In den kommenden Jahren wird sich durch den Braunkohletagebau und das Verfüllen dieser riesigen Löcher der Wasserhaushalt im Spreewald dramatisch ändern. Unsere Freundin kennt keine Studien, die nicht von einer gravierenden Wasserknappheit sprechen. Nicht wenige Fließe werden wohl austrocknen. Was das für den Spreewald bedeutet, ist noch unklar. Berlin, die vom Spreewasser bei der Versorgung mit Trinkwasser abhängig ist, wird schwer getroffen werden.
Während dem zweiten Schlafen, ist meine Zeit, mich um den Blog zu kümmern. Text für Text wandert in den Blog. Bilder werden vorbereitet und hochgeladen. Ein gutes Gefühl. Mein soziales Umfeld informiere ich, dass der Blog aktualisiert wurde.
Störche und Speisekarte
Meine Frau ist wach und wir machen uns auf zum Gasthaus „In Mühle“, hier in Alt Zauche. Es sind vielleicht dreihundert Meter bis dorthin. Auf dem Weg sehen wir, dass ein Teil des Storchenpaares mit den drei Jungtieren, im Nest gelandet ist. Erstmals sehen wir hier ein Elternteil. Bislang waren es „nur“ die drei Jungstörche. Nun schmeißen sie ihre Köpfe nach hinten und wollen gefüttert werden.

Ich habe mich gefragt, wie schwer wohl so ein Nest sei. Ein Blick ins Netz verschafft Klarheit. Dass ein Storchennest wohl zwischen 500 Kg und einer Tonne wiegen kann, erstaunt mich. Das gesamte Material für den Nestbau wurde von den Störchen eingesammelt und verbaut. Störche als Baumeister.
Für den kommenden Donnerstag, den 2. Juli, haben wir für drei Leute einen Tisch im Gasthaus reserviert. Wir haben eine Gast. Zuvor musste geklärt werden, ob es ein Fischgericht oder vegetarische Speisen angeboten werden. Alles im grünen Bereich. Dass wir vom Ferienhaus ins Gasthaus laufen können, niemand die Autoschlüssel in die Hand nehmen muss, ist wunderbar.
Doch zuvor wird uns bis zum Sonntag die Hitze begleiten. Erst in der kommenden Woche gehen die Temperaturen zurück und Regen mischt sich unter. Das ist nötig. Alle Pflanzen lechzen nach Wasser. Er soll ruhig kommen. Uns wird er nicht wirklich stören.
Dynamik der Veränderung
Krass. Scrabble kann gestrichen werden.
Wir haben heute Abend auf dem iPad Scrabble gespielt. Es war meiner Partnerin nicht möglich mit den Fingern die Buchstaben zielsicher an den Ort zu bringen, wo sie liegen sollten. Aus den sieben Buchstaben schaffte sie es nicht, ein Wort zu finden. Was gelang, war das Anhängen von Endungen an bereits gelegte Worte. Das hat mir einen Stich gegeben. Die Frau des Wortes, der Literatur, der Sprache, der Grammatik, hat sich längst damit abgefunden. In mir verstärkt sich das Gefühl, dass das Veränderungstempo der vergangenen Jahre Vergangenheit ist. Jetzt gibt es eine Dynamik, eine Geschwindigkeit, die mich unruhig werden lässt. Ob das Angst ist, weiß ich noch nicht. Latent blinkt die Frage auf: Kann ich mit dieser Dynamik in dieser Geschwindigkeit mithalten?
Morgen werden wir voraussichtlich unsere Vermieterin kennenlernen. Sie kommt aus Berlin um den Garten zu wässern und wohl noch anderes dort zu erledigen. Ein wenig neugierig bin ich. Die schriftliche Kommunikation war bislang wunderbar. Gut, dass wir hier sind.
Der Blog ist meine zweite Reflexion. Zuvor habe ich in meinem Tagebuch meine Erlebnisse, meine Beobachtungen und meine Gedanken niedergeschrieben. Ich brauche dieses Format.
Ein alles in allem entspannter Tag, mit 6 neu gesichteten Störchen.
Reisetag V
260626
Ich lasse es über die durchwachsene Nacht ein zusätzliches Wort zu verlieren. Mehr als ein Dutzend Mücken haben auf meiner Haut nervig juckende Spuren hinterlassen.

Ich beschwere mich nicht, denn ohne sie hätten die zahlreichen Vögel, die wir hier zu Gesicht bekommen, keine Nahrung.
Mir ist auf der Anreise und gestern aufgefallen, dass tatsächlich auf der Windschutzscheibe Insekten kleben. Im Rheinland sammle ich keine Insekten ein.
Gartenpracht
Der Garten von Johanna und Florian ist nach meinem Geschmack. Am Morgen durch den Garten zu streifen, tut mir gut. Hier kann ich Luft holen, Bilder sammeln und an den Beerensträuchern kosten.





Ein erster kleiner Einblick von dem, was die beiden pflegen.







Ich habe nie einen Garten besessen. Zum Elternhaus meiner Frau gehörte ein großer Garten. In meiner Erinnerung war er sehr gepflegt. Nach den Vorstellungen der Zeit, alles akkurat und sauber.
In Johannes und Florians Garten habe ich das Gefühl, hier wird das, was die Natur zu bieten hat, Wert geschätzt. Wunderbar.
Johanna kam vormittags. Schön, sie kennenzulernen, eine Weile miteinander zu reden und unsere Eindrücke zu teilen. Ich schätze, sie ist im Alter unserer Tochter. Meine Frau mag sie. Sie kümmerte sich um ihren Garten, wir zogen uns zurück.
Zu heiß für Action
Es war schon wieder zu heiß. Auf die Räder zu steigen und loszufahren, kommt nicht in Frage. Die Hitze macht vieles schwerer bis unmöglich.
Meine Partnerin setzt sich an den Küchentisch und malt. Wunderbar, wie konzentriert und sicher sie die Bilder coloriert. Mit Lust liest sie die Sprüche in ihrem Mandala-Buch vor. Manche passen zum Garten.
Mittagessen. Großen Hunger haben wir nicht. Ich habe mich für Pellkartoffel mit Quark und Leinöl sowie etwas Blattsalat entschieden. Schnittlauch und Oregano aus dem Garten. Die Vermieter haben uns das okay gegeben, im Garten zu ernten.
Für mich ein leichtes, leckeres Essen.
Müde ist meine Frau. Sie hat sich entschieden, einen Mittagsschlaf zu machen. Eine gute Idee. Vermutlich wäre es klug, es ihr gleich zu tun. Doch das lasse ich.
Auf meiner ToDoListe steht, Mails beantworten und Menschen anzurufen. Ein Telefonat ist recht wichtig. Aufschub auf die übernächste Woche wäre falsch.
Kommenden Donnerstag kommt mein Schwager und Freund, verbringt den Tag mit uns und übernachtet hier. Gemeinsam geht es auf eine Kahnfahrt in Straupitz und abends gehen wir in Alt Zachau essen. Der Anlass ist ein schöner. Unser 44. Hochzeitstag.
Tags darauf werden wir in Richtung Rheinland aufbrechen. Noch habe ich keine Übernachtung für die Rückfahrt gebucht. Braunschweig könnte ich mir vorstellen. Von dort aus müssten wir in gut vier Standen Monheim erreichen.
Raus kommen
Ich möchte raus. Mein Vorschlag, Kaffee und Kuchen oder Eis. Ohne lange zu überlegen wählt meine Partnerin die Variante Eiscafé. Im Spreewald muss man umdenken. Zu Hause fährt man nicht über zwanzig Minuten um zu einem Eiscafé zu gelangen. Ich wollte gerne ein anderes Eiscafé ausprobieren. Die nächsten Orte mit einem Angebot wären Lübbenau, Burg oder Vetschau gewesen. Ich entschied mich für den „Eisvogel“ in Burg.

Jetzt habe ich ihn, den Schwedenbecher. Lecker. Abgehakt. Immer, wenn ich in den östlichen Teil unseres Landes reise, suche ich nach dem Schwedenbecher. Meine Frau findet das noch immer absurd.
Dieses Schild passt zu meiner Frau.

Ein wenig wollte ich noch durch Burg gehen. Zu heiß für einen längeren Spaziergang. In einem Edeka holten wir Wasser. Das war überfällig. Eis alleine reicht nicht.
Angenehm Unzureichend
Kurze Zeit später begannen meine Kopfschmerzen. Die Ursache: zu wenig getrunken. Ganz schön dämlich von mir. Die Rückfahrt mit Kopfschmerz war anstrengend. Im Ferienhaus angekommen, verzog ich mich ins Schlafzimmer. Der Plan, meine Augen für 30 Minuten schließen. Zwar verschwanden die Kopfschmerzen nicht sofort, doch es gelang mir nun meine Augen offen zu halten.
Die Hitze drückt uns beide. Um 21:45 Uhr sind es noch 23 / 24 Grad in der Küche. Abkühlung fühlt sich anders an. Im Flur bewegt der Ventilator in alle Richtungen die Luft. Angenehm. Unzureichend. Beim Blick auf das Thermometer keimt Hoffnung auf. Ab dem kommenden Dienstag, wird die 30 Grad Marke nicht mehr erreicht und die Nachttemperaturen sollen auf unter 20 Grad sinken.
Im Haus gibt es einen Monitor, der ein Fernseher wäre, wenn es denn im Haus einen Fernsehsignal gäbe. Mein iPad habe ich über ein HDMI Kabel mit dem Display verbunden. Die ersten Versuche über WLAN aus der Mediathek 3SAT zu streamen schlugen fehl. Erst der dritte Versuch, ZDF, funktionierte.
Nach dem Film hat sich meine Frau ins Bett zurückgezogen.
Ich habe lange mit unserer Tochter telefoniert. Sie hat mir ein Feedback gegeben. Das war hilfreich.
Den heutigen Text habe ich mehrfach über den Haufen geworfen. Warum? Unser „Reisetag“ hat heute eine dominant statische Ausrichtung bekommen. Davon schreiben, wie die Hitze uns lähmt?
Warum nicht.
Reisetag VI
260627
Die morgendliche Routine setzt erst nach 7 Uhr ein. Dabei wurden wir bereits vor sechs Uhr durch die Wärme und die strahlende Sonne in den Tag geholt.
Noch vor acht Uhr hatten wir gefrühstückt.
Im Haus nahm die Wärme zu. Nichts vermag sie aufzuhalten. Selbst der Ventilator, wenn er auf auf Stufe 4 oder 5 die Luft umwälzt, ändert was daran.
Kahnfahrt durch den Erlenhochwald
Ein Aufenthalt im Spreewald ohne eine Kahnfahrt? Für mich nicht denkbar. Trotz der morgendlichen Temperaturen von 30 Grad um 9 Uhr, starten wir eine halbe Stunde später mit den Rädern um vom Kahnhafen Alt Zauche zu unserer Kahnfahrt in den Hochwald aufzubrechen.

Im vergangenen Jahr waren wir zu einer Familienfeier zehn Tage im Unteren Spreewald und sind in Schlepzig in einen Kahn gestiegen. Auch das ist der Spreewald. Ich erinnere mich gerne an die sehr angenehme Fahrt. Seinerzeit hatte ich Zweifel daran, ob ich weiterhin über unsere Reiseerfahrungen schreiben sollte. Diese Zweifel habe ich bei Seite gelegt.


Doch hier in Alt Zauche ist es eine ganz andere Tour. Den Hochwald mit seinen Erlen gibt es nur noch hier.
Meine Partnerin hat ihre Eindrücke von der Kahnfahrt festgehalten. Spiegelungen faszinieren sie.






Meine Ergänzung:




Zwei Stunden über das Wasser durch den Hochwald gleiten. In der ersten Stunde ist uns niemand begegnet. Bis auf die Stimme unseres Kahnführers, nur Naturgeräusche. Doch irgendwann, nach über einer Stunde kamen die Kanufahrer:innen. Die einen ruhig und souverän, die anderen mit dem Kanu kämpfend und für mein Empfinden viel zu laut, um etwas von dem mitzubekommen, was sich im Hochwald abspielt. Es ist durchaus sehenswert, wenn Menschen mit Badekleidung im Kanu sitzen. Ob ihnen klar ist, dass sie mit ihrer Art des Paddelns eine Einladung an die Mücken aussprechen? Am Ende ihrer Kanutour werden sehr viele zahlreiche Trophäen in Form von Insektenstichen gesammelt haben. Ob sie sich abends hinsetzen und den King oder die Queen küren?
Zu sehen, wie die Kanus durch das Wasser gleiten, weckt Erinnerung in mir. Schade, dass meine Partnerin sie nicht mehr teilen kann. In Südfrankreich und anderswo sind wir immer wieder in Kanus gestiegen und haben von dort aus Fauna, Flora und die Tierwelt beobachtet. Heute traue ich mich nicht, meine Frau in ein Kanu zu setzen.
Ich habe die beiden Stunden im Hochwald des UNESCO Biosphärenreservat Spreewald genossen. Dieser Teil des Spreewaldes ist ein letzte Rest dieses ökologischen Systems. Hier darf kaum oder gar nicht in die Vegetation eingegriffen werden. Ich würde mir wünschen, dass es so bleibt.
Vor einiger Zeit habe ich bei uns zu Hause zur Kenntnis genommen, dass der Wasserhaushalt der Spree sich durch die Stilllegung des Tagebaus dramatisch verändert. Der Spreewald wird mit immer weniger Wasser auskommen müssen. Berlin, das Trinkwasser aus der Spree entnimmt, wird vor große Versorgungsprobleme gestellt sein.
Versorgen
Einkaufen im Marktkauf. 12 Kilometer sind zu fahren, um den ersten Supermarkt zu erreichen. Im letzten Jahr, im unteren Spreewald, waren es 16 Kilometer. Das sind andere Maßstäbe als bei uns im Rheinland. Heute habe ich mich im Laden an die französischen Supermärkte der 1980er und 1990er Jahre erinnert gefühlt. Food und Nonfood nebeneinander. Die Bekleidungsabteilung, der integrierte Buchladen, der große Getränkemarkt, alles greift ineinander. In der vom Supermarkt zugänglichen Apotheke gab es für 11,11 € 30 Gramm Fenistil. Um nicht noch in ein Eiscafé fahren zu müssen, nahm ich ein Eis mit. Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass in der TK Gläser mit Eiscreme lagen. Von „ELVIS Eishandwerk“ hatte ich bislang noch nie gehört. „Nuss Nougat“ nahmen wir mit und verspeisten es nach unserer Rückkehr. Das war lecker, so unser beider Votum. Ich würde es erneut kaufen.
Hitze frei – schön wärs
Ganz schön warm im Haus. Heiß außerhalb. Ich weiß, ich wiederhole mich.
Für anderthalb Stunden haben wir uns auf die Betten im Schlafzimmer zurückgezogen. Den Ventilator vor die Tür gestellt und die Augen zugemacht. Jedenfalls ich. Erst meine Watch weckte mich nach 75 Minuten. Den Zuschlag von 15 Minuten kostete ich fast gänzlich aus.
Mit Ausnahme der Kahnfahrt und dem Einkaufen, hat sich heute unser gesamter Tag im Ferienhaus abgespielt. Malen, Lesen, Fotos anschauen, Bloggen und Tagebuch führen. Langeweile kam nicht vor.
Kurz nach 21 Uhr war der Fernsehfilm zu Ende und meine Frau entschied, dass es jetzt genug sei. Zeit zum Schlafen. 34 Grad außen und sicherlich 26 Grad im Untergeschoss des Hauses. Der Ventilator unterstützt unseren Schlaf. So hoffe ich es.
Um 23 Uhr sank das Thermometer endlich unter die 30 Grad Marke. Nur noch 29 Grad sind auszuhalten. „Always take the weather…“ Für morgen ist eine Zulage prognostiziert. Die 40 Grad sollen erreicht oder übertroffen werden.
Einen Freund habe ich per SMS angefragt, ob er am kommenden Dienstag zu Hause sei. Er stammt aus dem Spreewald und lebt seit seinem Ruhestand wieder hier. Vielleicht treffen wir ihn. Mit dem Rad sind es nur 25 Kilometer oder knapp 1 1/2 Stunden Fahrzeit bis nach Fehrow. Mal schauen. Für Dienstag sind nur noch Temperaturen von bis zu 28 Grad prognostiziert. Entschieden ist noch nichts.
Reisetag VII
260628
Zerwühlt und zu kurz war diese Nacht für mich. Krämpfe im Stundentakt.
Dann folgt der Stress. Stress. Stress. Ich kann nicht anders, ich werde laut, bin genervt davon nicht schlafen zu dürfen. Noch vor sechs Uhr ist meine Frau wach und für sie wäre es von Vorteil, wenn ich mich bequemen würde, aufzustehen. Nein. Ich brauche Schlaf. Fortwährend werde ich von ihr nach etwas gefragt. Ich möchte doch nur schlafen. Sie benötigt meine Einwilligung, die Haare zu waschen. Ihr ist nicht klar, dass sie die Haare im Bad wäscht. Wo denn das Haarwaschgel ist? Wo ist der Fön? Ich antworte auf jede Frage und irgendwann, bei der x-ten Frage nach dem Fön stehe ich mit einer nicht kleinen Portion an Wut auf und gehe ins Bad. Sie hat den Fön und schaltet ihn ein. Umdrehen ist die einzige Chance nicht noch heftiger zu explodieren.
Okay. Ich kriege es klar, es ist nicht um mich zu ärgern. Sie steht einfach davor und kommt nicht ans Ziel. Nein, sie will nicht provozieren. Vermutlich könnte sie es nicht einmal, selbst wenn sie diesen Gedanken hegen würde.
Es ist Scheiße, sich so hilflos zu erleben. Hilflos?
Vor acht sitzen wir am von mir gedeckten Frühstückstisch. Ich im Nachthemd, meine Partnerin schick angezogen. Mir gefällt die Kombination aus Shorts und der weißen Bluse die ihre Freundin ihr vor kurzem schenkte. Ein interessantes Paar, denke ich.
Kirchgang
Mein Entschluss von gestern besteht noch. Meine Frau unterstützt ihn. Wir gehen in den Gottesdienst in Straupitz.

In dieser riesigen Schinkelkirche findet jeden Sonntag um 10 Uhr ein Gottesdienst statt. Diese Kontinuität ist der Gemeinde wichtig. Pünktlich sind wir dort. Insgesamt sind es etwas mehr als 20 Personen, die in den Bankreihen Platz genommen haben. Eine Taufe und Abendmahl sind Teil des Gottesdienstes. Am Abendmahl haben wir schon lange nicht mehr teilgenommen.
Mir fällt auf, dass vieles sehr viel direkter und persönlicher ist als in unserer Kleinstadt. Ansprache und Predigt haben Bezüge zum Alltag hier im Dorf, im Sprengel. Anspielungen auf Konflikte oder Ressentiment werden mit Kopfnicken oder Achselzucken kommentiert. Davon verstehen wir nichts, Insider schon. Das zu beobachten, ist schon interessant.
Es gibt eine Situation im Gottesdienst, die mir noch nicht aus dem Kopf geht. Die gesamten Besucher:innen des Gottesdienstes stehen nach der Einladung im Altarraum. Eine junge Frau bleibt in der Bank sitzen. Offenkundig sind sie und der Pfarrer sehr vertraut miteinander. Er fordert sie immer wieder auf, sich dazu zu stellen. Sie bleibt sitzen, schüttelt den Kopf. Er kündigt an, wenn sie nicht kommen werde, käme er zu ihr. Sie bleibt sitzen. Das Brot, die Hostie, wird geteilt. Der Pfarrer verlässt den Altarraum und geht mit dem Teller zur jungen Frau. Zuerst Kopfschütteln, doch nicht wie ein nein, eher wie ein „Du kannst es nicht lassen.“ Er reicht ihr eine Hostie. Sie nimmt sie. Offenkundig bittet er sie, ihm eine Hostie zu geben. Das macht sie. Er kehrt zurück. Mit dem Kelch geht es weiter. Auch hier, als alle im Altarraum den Kelch bekommen haben, geht er mit dem Kelch zur jungen Frau. Sie lehnt ab. Das akzeptiert er. Er bittet offenbar, dass sie ihm den Kelch reicht. Sie tut es. Übergriffig?
Meine Frau wusste im ersten Moment nicht, wie sie die Hostie nehmen sollte und was damit zu tun ist. Sie blickte sich um und nahm sie in den Mund, so wie fast alle. Der Pfarrer reichte ihr den Kelch. Unsicher nahm sie ihn und trank. Für mich fühlte sich dieses Anteil nehmen richtig an.
Beim Verlassen der Kirche wurden wir vom Pfarrer verabschiedet. Er erkundigte sich nach unserer Herkunft und wie lange wir noch hier sein würden. Nett.

Kunst-Entdeckung
Heiß ist es. Sehr heiß. Zu heiß. Unser Entschluss steht. Klimatisiert geht es nach Cottbus ins „Bandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst“. Eine knappe halbe Stunde von Straupitz bis zum Museum.

An den verschiedensten Stellen gibt es Mitmachaktionen. Wir nahmen eine Einladung an. Zum „Raum der Stille“ steuerten wir unsere Perspektive bei.
Die Ausstellung: „Alles Gute, lieber Hans. Hans Scheuerecker zum Geburtstag.“ stellte uns einen lokalen Künstler und sein Werk vor. Bislang war er uns nicht begegnet. Eine große Bandbreite. Von Keramik, über Plakate, Videoinstallationen, groß- und kleinformatige Werke und plastische Arbeiten. Einmal musste ich an A. R. Penk denken. Eine vermutlich nicht zufällige Verwandtschaft. Wirklich ansprechend.
Doch das Kunstwerk, was ich gerne mit nach Hause nehmen würde, sind zwei Bearbeitungen von Ausstellungsplakaten von Helmut Newton.

Ich mag den unbedeckten Körper einer Frau und eines Mannes. In der Modewelt, in der Newton beheimatet war, kamen die Männer nicht sehr häufig vor.
Diese beiden Arbeiten von Christine Schlegel kommen mir vor wie eine Aneignung, eine Kommentierung, eine Klarstellung aus einem femininen Blickwinkel, der die Verfügbarkeit weiblicher Körper in Frage stellt. Wenn Kunst mich zum Nachdenken, zum Widerspruch oder zu meiner Zustimmung verführt, anregt, auffordert, dann ist sie für mich relevant. Hier trifft es zu.
Cottbus
Nach über einer Stunde geht unsere Zeit im wohltemperierten Museum zu Ende. Einigkeit besteht, wir gehen nichts warmes essen. Wieder fällt die Wahl auf ein Eiscafé. Rund 400 Meter entfernt ist das Kännchenklein.
Cottbus war mir bis tief in die 1990er Jahre vertraut. Heute laufe ich durch die Stadt, an mir bekannter Bausubstanz vorbei und bemerke, dass ich kein Gefühl mehr für diese Stadt habe. Unter anderen Voraussetzungen würden wir durch die Stadt laufen. Mein Versuch, den Altmarkt mit meinen Erinnerungen abzugleichen, scheitert. Lediglich an der Apotheke bleibe ich hängen. Selbst an der Oberkirche Sankt Nicolai laufen wir ohne, dass etwas aufploppt vorbei.

Auf dem Weg zum Kännchenklein Eis bricht meine Partnerin fast zusammen und das nicht in einem übertragenen Sinne. 40+ auf der Straße. Kein Schatten. Sie macht mich dafür an, dass wir noch nicht da sind. Das passt mir nicht. Sie steht nicht alleine in der Sonne und lechzt nach einer Abkühlung. Ich halte den Mund, alles andere würde die Situation nicht erleichtern. Mit einer nicht losgelassenen Verärgerung erreichen wir das Eiscafé, dass dann doch ganz anders ist. Durch dieses unerwartete Setting muss ich aussteigen aus meiner Gefühlslage. Das tut gut. Als offenkundig Fremder werden wir gut durch das System des Eiscafés geführt. Ein stilles Wasser bekommen wir kostenlos dazu.
Meine Frau weiß nicht, was sie auf die Frage nach den Eissorten sagen soll. Sie folgt meinen Vorschlägen und wirkt zufrieden. Ich entscheide mich für fruchtige Sorten, die entweder mit Joghurt, saurer Sahne oder einem Grundeis aus Milch, destilliertes Heu und Äpfel zubereitet wurden. Allesamt sehr ansprechend. Das Topping kann man sich selbst nehmen, so wie den Kaffee oder das Softeis oder die Kaltgetränke.
Reise – Alltag
Der Rückweg zum Auto klappt ohne Probleme, obwohl es sich nicht abgekühlt hat. Im klimatisierten Peugeot geht es zurück ins Ferienhaus. Wobei meine Mitfahrerin davon ausgeht, dass wir irgendwo anderes hinfahren. Wohin habe es nicht verstanden. Dass das Thema Heimreise in der Luft hängt, ist mir klar. Auf dem Weg nach Alt Zauche bemerke ich meine zunehmende Müdigkeit. Wasser haben wir dabei. Der Strom gekühlter Luft richte ich auf mein Gesicht. Wir kommen im Alt Zauche an.
Meine Frau verschwindet schnell im Schlafzimmer. Ich sträube mich einen Moment. Doch dann liege ich auf dem Bett. Fast 80 Minuten döse und schlafe ich.
Nahezu täglich telefonieren wir mit unserer Tochter. Sie erkundigt sich bei uns, wie es uns ergeht. Ihr und unserem Sohn verdanken wir es, dass unsere Blumen versorgt werden, wenn wir verreist sind. In der vergangenen Nacht hat wohl ein sehr zupackender Wind, bei uns auf dem Balkon einiges neu gestaltet. Passiert ist offenbar nichts.
Heute Abend bin ich eine Last und eine Frage losgeworden.
„Hallo, ich habe mich in den vergangenen Tagen gewundert, warum es um die Toilette immer wieder nass wird. Nun habe ich den Fehlerort lokalisiert. Der Spülkasten verliert nach und nach Wasser, was dann auf den Boden tropft und sich um die Toilette legt. Was tun?“ Das schrieb ich an unsere Vermieter. Für morgen haben sie angekündigt, jemanden zu schicken.
Meiner Frau habe ich noch nichts davon erzählt. Sie ist völlig erschöpft um 20:20 Uhr ins Bett gefallen. Dass heißt, morgen früh ist sie zeitig wach. Mein Gefühl schwankt zwischen „was soll’s“ und „Scheiße“. Ich entscheide mich für „Was soll’s“.
Reisetag VIII
260629
Wie vermutet, meine Frau wacht viel zu früh, vor 6 Uhr, auf. Mein Ignorieren spornte sie nur noch an. Dann also los ins Bad. Den Kopf unter die Brause halten. Angenehm, diese Kühle. Doch reicht das, um wach zu werden? Zwischendurch den Waschlappen parat machen und ihr Anweisungen geben, ihn zu nutzen. Schafft sie. Ein Blick aus dem Fenster. Es regnet. Wie toll. Alle Fenster sind nun offen.
Ungebetener Besuch
In die Küche, um Frühstück zu machen. Doch da ist schon massenhafter Besuch. Ameisen sind eingetroffen. Eine Straße aus dem Garten durch den Anbau in die Küche, werde ich gewahr. Je länger ich hinschaue, um so mehr werden es. Es scheint fast so zu sein, dass ich mit jedem Blick die Anzahl der Ameisen vervielfache. Nur keine Panik entwickeln. Weder bei mir, noch für meine Partnerin wäre das hilfreich.
Ratgeber Internet und Mail an die Eigentümer.
Ich entscheide, Essigreiniger und Staubsauger einzusetzen.
Alle paar Jahre wieder, haben sie diese Art von Besuch, schrieb die Vermieterin. Es scheint so zu sein, dass ich die größte Plage stoppen konnte. Im Anbau und in der Küche habe ich das Ameisengift ausgestreut. Der Beutel des Staubsaugers liegt nun in der Abfalltonne. Über eine Stunde habe ich mich als „Massenmörder“ betätigt.
Erwarteter Besuch
Ein „Bekannter“, werde kommen und sich das Problem anschauen. Er kam und machte sich ein Bild vom Schaden am Spülkasten. Ich lag mit meiner Diagnose nicht falsch. Meine Beobachtung teilte er. Doch er konnte nichts für uns tun. Eine Fachfirma ist hier gefragt. Mit Hilfe von Handtüchern, die um die Rohre gewickelt werden, wird es gehen.
K714 zieht
Witzig. Er fragt, woher wir kämen. Ich: Monheim am Rhein. Er: Nee. Da bin ich demnächst. Ich habe Konzertkarten. Bei Euch tritt Emmylou Harris auf. Ich: Krass. Und, wo wohnt ihr. Er: Wir haben uns drei Hotelzimmer in Monheim gebucht. Dann hoffe ich für sie, dass Emmylou Harris wieder genesen ist und ihre Tour fortsetzen kann.
Von Alt Zauche aus sind es mal eben 6 1/2 Stunden bis zu uns an den Rhein. Es gibt Fans, denen die Wege egal sind.
Ist es wieder soweit
Ich bin so müde. Tagebuch und Blog warten. Meine Frau sitzt am Küchentisch und gestaltet ein Mandala. Irgendwann klappt sie das Buch mit den Worten: Jetzt ist erstmal genug, zu.
Erst zum dritten oder vierten Mal steige ich die Holztreppe hoch.
Im Obergeschoss reiße ich die Fenster auf. Immerhin haben wir nur 27 Grad, dazu die Frische des Regens. Der Luftaustausch tut uns beiden gut. Meine Partnerin kommt nach oben, setzt sich hin und sagt: „Ich will nach Hause.“ Im Inneren bemerke ich, dass ich damit gerechnet habe. Heute ist der achte Tag unserer Reise.
„Ich will nach Hause“. Überraschend ist es nicht, dass sie dies wiederholt. Mein Kommentar. Es war Dein Wusch, dass wir in den Spreewald reisen. Jetzt sind wir hier. Und am Freitag fahren wir nach Hause. Mir ist schon klar, dass ich nichts hätte sagen müssen. Ich brauche diese Geschichte mehr für mich, denn für meine Frau. Sie möchte nach Hause. Punkt. Von jetzt an rechne ich damit, dass wir vorzeitig abreisen müssen.
Abkühlen – Pause – Raus
Draußen regnet es. Der Wetterradar zeigt auf beiden Apps an, dass ab ca. 14:30 Uhr eine längere Regenpause zu erwarten ist. Ich: Ich lege mich für eine Stunde hin. Später können wir noch mit dem Rad fahren. Einverstanden? Sie stimmt zu. Und sie legt sich mit mir hin. Auf 75 Minuten stelle ich den Wecker. Und die verbringe ich dösend und schlafend auf dem Bett. Fünf Minuten bevor ich aufstehen wollte, setzte sich meine Frau an mein Bett und begann mich vorsichtig mit Streicheln und Küsschen zu wecken. Unwiderstehlich.
Also raus, der Regen hatte aufgehört. Mit dem Hinweis, dass wir dort, wo Bäume stehen, nass werden können, sind wir auf die Räder gestiegen. Eine Rundtour von 13 Kilometer hatte ich auf Komoot geplant. Vier Störche sahen wir in 2 Nestern. Eins bei einem Bio Milchhof, das andere in einem kleinen Ortsteil der zur Gemeinde Alt Zauche Wußwerk gehört.

Mal rollen unsere Räder auf Asphalt, dann holpern wir über kurze Betonplatten, auf festgestampftem Boden über den Deich oder fahren durch die Felder und Alleen auf verdichteten Sandpisten. Sehr abwechslungsreich, die Streckenführung.
Auf der Rundtour sind uns fünf Störche begegnet. Zwei neue Nester haben wir entdeckt. Unsere Erkenntnis, in nahezu jedem Dorf gibt es ein oder zwei oder wie in Alt Zauche drei Storchennester.

Gut klappte erneut das Trinken unterwegs. Diesmal nicht im Viertelstundentakt. So heiß war es denn nun auch nicht.

Dass Regentropfen fielen war für einen Moment ein Drama. Danach nicht mehr. Für 19 Kilometer saßen wir auf dem Fahrrad. Herrliche Luft. Eine gute Entscheidung, die Räder zu nutzen. Zufrieden sind wir beide in Alt Zauche wieder angekommen.
Im Ferienhaus hat sich meine Frau hingesetzt und gemalt. Mein Part war, das Abendessen hinauszuzögern. Fortwährend habe ich sie bestärkt, zu malen. Erst um kurz vor 20 Uhr haben wir uns zum Film schauen zurückgezogen. Fast 21:30 Uhr als ich das Licht lösche und ihr eine gute Nacht wünsche. Unklar, ob das Wecken erst nach 7 Uhr erfolgt.
Ich kümmere mich um die Wäsche. Gewaschen und aufgehängt ist sie. Ich denke, dass wir morgen im Laufe des Tages die Wäsche abhängen können. Jetzt ist Zeit für den Blog und das Tagebuch.
Reisetag IX
260630
Geht doch. Halbwegs durchgeschlafen und nach dem Wecken um 6.40 Uhr noch für eine Stunde gemeinsam im Bett gelegen.
Mir gefällt gut, dass wir mit dem, was wir vorfinden, klar kommen. Sei es im Bad oder das Schlafen in verschiedenen Betten, wir kommen damit zurecht. In der ganzen Zeit war dies nie ein Konfliktthema.
Kann es sein, dass es nicht mehr wichtig ist, wo sich meine Frau derzeit befindet? Diese und andere Fragen habe ich ebenso häufig zu Hause in Monheim gestellt bekommen.
Nö, keine Langeweile
Heute Nacht hat es ein wenig geregnet. Für die kommenden drei bis vier Stunden soll es trocken bleiben. Meine Partnerin sitzt beim Frühstück am Küchentisch und fragt, was wir denn jetzt machen. Ich hab keine Langeweile, habe ich doch eine Mail bekommen, deren Inhalt ich noch bearbeiten möchte. Schließlich geht es ja um den Blog und das neu installierte Newsletter Plugin. Ihre Art zu fragen meint: „Mir ist langweilig“. Es könnte mich nerven und herausfordern, schnippisch zu reagieren. So in der Art von, ich bin nicht da, dich zu bespaßen. Das lasse ich. Für einen Moment kommt mir die Idee, dass wir ja diese Regenpause nutzen könnten, erneut mit dem Rad unterwegs zu sein. Für morgen ist sehr ergiebiger Regen prognostiziert und da habe ich schon vorgeschlagen, in die Spreewelten zu fahren.
Das Ziel habe ich bereits: die Gaststätte Wotschofska. Nur per Kahn/Kanu, Rad oder zu Fuß ist die Gaststätte erreichbar.
Nein, der Weg ist nicht das Ziel
Den Weg dorthin in der App zu planen, ist easy. Doch was von uns verlangt wird, den Weg zu fahren, lässt sich in der App nicht erkennen. Insgesamt 7 Störche beobachten wir bei der Nahrungssuche auf den Wiesen.




Die Kühe interessierten sich nicht für die staksenden Vögel. Die Störche nicht für die Kühe.
Über längere Abschnitte geht es über Routen, die kaum genutzt werden.





In einem Abschnitt sind wir auf dem Deich gefahren. Unterhalb verlief der Weg, aus den kurzen Betonplatten. Doch die waren überwuchert. An nur wenigen Stellen, konnten wir den Weg erkennen. Oben auf dem Deich stand rechts und links der Fahrspur höheres Gras. Aus Vorsicht, habe ich in einer kleinen Pause, Anti Brumm auf unsere Beine gesprüht.
Das kilometerlange Fahren über die Betonpiste nervte mich. Zum einen wird es akustisch zu einer Belastung, zum anderen bekommt man ungewollt eine Rüttel-Schütteltherapie verpasst. Von den insgesamt 26 Kilometern, führen sicherlich 10 bis 12 Kilometer über Betonpisten. Mit ihrer Gazelle hat sie das ohne Probleme gemeistert. Ich dachte, dass ich froh sein kann, diese breiteren Reifen zu fahren.
Wotschofska

Ich war erstaunt, wie viele Menschen sich dort niedergelassen hatten. Kanus legten am laufenden Band an, Kähne aus Lübbenau stoppten und ließen ihre Gäste aussteigen, Schulklassen auf Rädern, Betriebsausflugsgruppen, alles vertreten.
Wir lassen uns nieder. Getränke und etwas zum Essen bestelle ich. Meine Partnerin isst kaum etwas zu von den Nudeln mit Tomatensoße, für die sie stimmte. Gut, dass ich eine kleine Fischsuppe bestellt hatte. So teilten wir uns die Nudeln. Ich habe zu viel gegessen.
Mir scheint, dass das gesamte Personal, dass hier draußen sich sehr gut um die Gäst:innen kümmerte aus Osteuropa kommt. Das war schon auf Hiddensee, auf Borkum und an anderen Orten so. Ob die jungen Menschen aus der Ukraine, Polen, Bulgarien, Rumänien… stammten, ist nicht so wichtig. Sie machen einen wirklich guten Job. Hoffentlich werden sie angemessen bezahlt.
Erinnerungen werden wach
Wir machen nach dem Bezahlen einen kleinen Spaziergang über das Gelände.





Meine Frau fragte mich, ob ich gerne Kanu fahren würde. Ja, das würde ich gerne. Doch wir zusammen, das wäre nicht so gut. Wir bleiben beim Fahrrad,sage ich und denke mit einer gewissen Sehnsucht zurück an die gemeinsamen Kanutouren auf der Tarn, dem Gardon, der Wupper, der Niers und wie sie noch alle hießen, die fließenden Gewässer. An die beruflich bedingten Touren durch Schweden, gar nicht zu denken. In Gedanken bin ich bei einem Freund, mit dem ich dort eine Extremsituation durchlebte, die mich nachhaltig prägte.
Abendprogramm
Kurze Zeit nach dem wir am Ferienhaus unsere Räder abgestellt hatten, kam der sanfte Landregen. Meine Frau entschied sich für eine Pause auf dem Bett. 80 Minuten gewährte ich ihr. In der Zeit konnte ich mich mit dem neuen Plugin für Newsletter befassen. Zu früh habe ich Herrn Schwarz angerufen und nach einigen Dingen nachgefragt. Besser wäre es gewesen, wenn ich ihn nicht angerufen hätten. Eine Mail am Abend, wäre sinnvoller gewesen.
Ich bin kurz in den Dorfladen. Brötchen will ich holen und für die kommenden Tage bestellen. Auf dem Weg dorthin sehe ich, wie jemand zu einem anderen Haus Plinsen trägt. Warum nicht fragen, ob ich Plinsen mitnehmen könnte. Meine freundliche Frage wird bejaht. Ausnahmsweise. Drei Plinsen nehme ich mit. Wir teilen sie uns und es schmeckt gut.
Seit kurz vor 18 Uhr ist meine Partnerin müde. Sie möchte zurück ins Bett. Nein, das ist zu früh. Action ist gefragt. Wir schauen Bilder, sprechen darüber, dass wir morgen in die Spreewelten fahren, dass wir… Nur Zeit gewinnen. Um 20 Uhr gebe ich nach. Sie schafft es wirklich nicht mehr. Wir gehen ins Bad, putzen die Zähne und so es geht langsam ins Bett.
Mein Platz ist jetzt der Küchentisch. Am Blog arbeiten steht auf meiner ToDoListe. Den Tagebucheintrag für diesen Tag erstellen.
Und dann vernünftig sein und schlafen gehen.
Reisetag X
260701
Wir laufen in einen Dauerkonflikt hinein. Meine Frau muss früh schlafen und wird sehr früh wach. Ich brauche und will Zeit für mich und gehe später zu Bett und möchte mindestens acht Stunden schlafen. Heute klaffte eine Lücke von über 2 Stunden zwischen dem geweckt werden und dem aufstehen können. Dementsprechend war die Laune beim Frühstücken so gut, dass sie alleine anfing zu frühstücken. Für ihr Müsli ist alles schnell gerichtet. Anders bei mir.
8:15 Uhr mein Frühstück. Es regnet. Das tut nicht nur der Natur gut. Mir auch.
Dorfladen
Mein Weg führt mich um 10 Uhr zum kleinen Ortsladen. Die bestellten Brötchen möchte ich abholen und Dill-Senf kaufen.
Scheiße. Der Laden hat geschlossen. An der Tür hängt eine Plastiktüte. Darin meine drei bestellten Brötchen und der Einkaufsbeleg über 2,40 €. Was ist das denn für ein fürsorglicher Service. Unglaublich. Ich bin doch ein nur kurz Ansässiger. Das erinnert mich an meine Kindheit in der Eifel. Dort gab es im Dorfladen das „anschreiben lassen“. Unsere Familie hat das damals genutzt. Ich weiß nicht, wann meine Mutter die Rechnung bezahlte. Sie tat es. Und das Anschreiben begann von vorne. Beim Schreiben der Erinnerung habe ich ein Lächeln in meinem Gesicht.
Ich komme zurück und schaue in ein angespanntes, trauriges Gesicht. Mir ist klar, welche Worte jetzt kommen werden. „Ich hab Durchfall. Hört das denn nie mehr auf?“ Eine Antwort habe ich nicht. Schon seit nunmehr sieben Jahren.
Ausblick
Beim Blick aus dem Fenster verharre ich. In der gegenüberliegenden Scheune sitzt eine Schwalbe vor dem Fenster und schaut raus.



Spreewelten
Dorthin wollten wir heute. So der Plan. Ich verschiebe die Abfahrtszeit von 10 auf 11:30 Uhr. Mir ist wichtig, das meine Partnerin stabil ist. Erst einmal ist meine Frau erstaunt, das wir schwimmen fahren. Weder sie noch ich können uns erinnern, wann wir zuletzt gemeinsam in einem Schwimmbad waren. Das muss zu der Zeit gewesen sein, wo unsere Tochter noch ein schulpflichtiges Kind war. Danach nur noch Meer, Flüsse oder Seen. Daran, dass wir in Rinteln an der Weser einen Badeanzug gekauft haben, erinnere ich sie. Findet sie gut.
Eine knappe halbe Stunde später erreichen wir die Spreewelten. Parken kein Problem. Das Ticket zu kaufen ebenfalls nicht.
Barrierefrei
Auf der Webseite las ich, dass es Umkleiden und Duschen für Menschen mit einer Behinderung gibt. Natürlich immer auf den Rolli bezogen. Egal, wir bekommen Zugang zur Umkleide für Menschen mit Behinderung. Jedoch ist völlig unklar, wo die Duschen sich befinden. Die Umkleide war nicht wirklich für Menschen mit einer Behinderung, geschweige mit einem Rolli ausgestattet. Viel zu eng. Die Schränke nicht angepasst. Wer hier als Architekt oder Inneneinrichter verantwortlich zeichnete, hatte keine Ahnung von den Bedarfen von Menschen mit einer Behinderung. Barrierefrei oder -arm sieht anders aus. Die Toilette war vollkommen okay. Interessant, dass der Zugang zur Toilette und oder der Umkleide, nicht selbständig mit dem Euroschlüssel erfolgen kann. Die Bademeister:innen müssen dafür Sorge tragen. Ist man innen, kann man nur die Tür der Toilette ins Bad schließen, nicht jedoch in Richtung allgemeiner Umkleide. Unglückliche Lösung, wie wir es zum Schluss erlebten.
Badespaß
Dass ich schon so lange nicht mehr in einem vergleichbaren Bad war ist unschwer zu erkennen. Ich vergaß die Badelatschen, die im Ferienhaus standen. Handtücher habe ich zwar geliehen, doch keine Bademäntel. Lektion gelernt.
Wir sind ins Wasser und direkt raus ins Freibecken geschwommen. Und da waren sie, die Pinguine. Sie hinter einer Glasscheibe im für sie wohl temperierten Salzwasser, wir im Süßwasser davor. Das Gesicht meiner Frau strahlte. Freude pur. Das Schwimmen und die Pinguine, ein Moment um sich wohl zu fühlen. Die Stunde, die wir im Außenbecken schwammen und zuschauten, verflog sehr schnell. Voll zufrieden und glücklich schaute meine Partnerin aus. Mir hat es ebenso gefallen.
Im Bad war schnell die Luft raus. Meine Frau entschuldigte sich dafür, dass sie nach anderthalb Stunden genug hatte und nicht mehr ins Wasser wollte. Vollkommen okay. Dass, was wir genossen hatten, reichte. Beim Schwimmen hatte ich die Frage im Kopf, wie in aller Welt habe ich das Silber Abzeichen im Rettungsschwimmen erlangt? Nach zwanzig, fünfundzwanzig Zügen, war ich platt, brauchte eine Pause. Keinerlei Kondition. Wäre es nicht klug, regelmäßig schwimmen zu gehen? Mein Schwager würde Ja sagen.
Letzte Radtour
Zurück im Ferienhaus mit Blechkuchen aus einer der letzten Bäckereien, die keiner Kette angehören und alles noch selbst herstellen.
Das Wetter ist stabil. Kein Regen mehr. Unsere letzte Radtour. Noch einmal 18 Kilometer entlang des Hochspreewaldes. Die Temperatur ist sehr angenehm. Wir beide finden es gut.



Und erneut stolzieren vier Störche auf ihrer Suche nach Nahrung durch eine Kuhherde. Wir sind fasziniert.
Nur etwa eine Stunde bei einem Schnitt von über 18 Km/h kommen wir in der Ferienwohnung an. Meine Partnerin wirkt fit. Um so erstaunlicher ist, dass sie in der Wohnung stehend sagt, ich bin kaputt. Ich gehe jetzt ins Bett. Um 18 Uhr kann ich das nicht zulassen. Abendbrot möchte sie nicht mehr essen. Ich backe ein Brötchen auf, hole Lachs, Dill-Senf und Butter aus dem Kühlschrank. Sie: Ich esse ein halbes Brötchen mit Lachs. Ich: Möchtest Du ein Glas Wein dazu. Sie: Oh ja. Wir essen.
Um das Thema zu Bett gehen in die Länge zu ziehen frage ich sie, ob sie mit mir noch Geld abheben oder liebe zu Hause bleiben möchte. Ich benötige für die Kahnfahrt am morgigen Tag noch Bargeld. Sie entscheidet sich für Mitfahren.
Zurück im Haus, Zähne putzen und eine Film schauen. „À la carte!“ habe ich ausgesucht. Dass wir diesen Film zum dritten mal schauen, spielt keine Rolle. Für meine Frau ist er neu und mir gefällt er. 21:25 Uhr endet der Film bei uns. Perfekt. Jetzt darf sie schlafen.
Mit einem Glas Riesling sitze ich vor der Tastatur des iPad, schreibe Menschen die mir am Herzen liegen auf Signal und Threema und fülle das Tagebuch und diesen Blog.
Reisetag XI
260702
Ein für uns besonderer Tag? Nein, wohl eher für mich. Es ist doch nur unser standesamtlicher Hochzeitstag.
Ob man an seinem Hochzeitstag um 5:16 Uhr deshalb aufstehen soll? Ich bezweifle es. Über 7 Uhr ließe ich ja mit mir reden. Und irgendwie klappt es nicht. Obwohl es in der letzten Nacht sich wirklich abgekühlt hat. Ja, Frische zieht durch die geöffneten Fenster in alle Räume. Zwar hat sich meine Frau mit mir noch einmal hingelegt, doch hat es nicht funktioniert. Sie muss zur Toilette. Ich höre ihren Ruf. Es ist wieder soweit. Sie ist erschüttert. Verständlich. Ich gebe ihr Zeit. Um halb acht frühstücken wir gemeinsam.
Mein morgendlicher Blick in den Garten bestätigt mir das. Nirgends hängende Köpfe die sich vor der Sonne und der Hitze schützen wollen. Das darf so bleiben.
Wir haben uns für heute Besuch eingeladen. Mein Schwager und Freund, der Bruder meiner Frau, kommt uns besuchen.
Dorfladen
Im Spreewaldladen Mahn finde ich viele Produkte aus dem Spreewald. Klar hätte ich online bestellen können, doch unterstütze ich den Dorfladen lieber. Zudem werden eine Reihe von Produkten deutlich günstiger angeboten. Nach fachlicher Beratung sorge ich dafür, dass der Vorratsschrank unserer Küche gefüllt wird. Die Brötchen für morgen und das Brot für zu Hause bestelle ich.
Nach dem Besuch im Dorfladen konzentriere ich mich auf die Auswahl der Kleidung für die kommenden Tage. Für vieles möchte ich vorbereitet sein. Alles, was nicht benötigt wird, verschwindet in einem Koffer. Und der Koffer taucht am späten Vormittag im Kofferraum unseres Autos unter. Nach und nach sortiere ich alles.
Keine Wahl
Meine Hoffnung, dass meine Frau sich an den Küchentisch setzt und die Stiftekiste öffnet, erfüllte sich nicht. Sie sitzt lethargisch auf dem Stuhl. Nicht lange und sie muss auf die Toilette. Ihr Rufen kenne ich. Es erneut soweit. 2 Imodium sind therapeutisch angezeigt. Wir bekommen es in den Griff. Völlig erschöpft ist sie. Da hilft nur, sich hinlegen. Mich erleichtert es, dass sie dem zustimmt.
Im Schlafzimmer kann ich nicht mehr weiter wirbeln. Meine Frau schläft dort. In der Küche ist alles gemacht. Auf der Küchenbank sitzend schleicht sich meine Müdigkeit heran. Abwägen fällt mir leicht. Noch ist genügend Zeit vorhanden, bis unser Gast an der Bushaltestelle abgeholt werden soll. Für 30 Minuten lege ich mich aufs Bett, schließe die Augen, döse und werde nach 30 Minuten geweckt. Im Bett sitzend lese ich auf dem iPhone Nachrichten. Aus den Augenwinkeln sehe ich meine Partnerin, die mir zuschaut. Passt. Wie so häufig erlebe ich, dass nach dem Schlafen der Reset gelungen ist.
Besuch ist da
Ihren Bruder an der Haltestelle „Denkmal“ abholen ist der Plan. Wir sind rechtzeitig da.

Einen Storch können wir beobachten. Zuerst hören wir ihn klappern bevor er vom Nest auf dem Feuerwehrturm sich abhebt. Vielleicht 100 Meter weiter lässt er sich auf der Sirene des ehemaligen Schulgebäudes nieder. Wieder beginnt er kräftig zu klappern. Lässt er Frust ab? Einige Augenblicke später wechselt er der Sirene auf den angrenzenden Strommast und schaut sich um. Pausiert er / sie so?
Mit ein wenig Verspätung erreicht der Bus die Haltestelle am Knotenpunkt 63. Wie schön, ihn zu sehen.

Ankommen. Erst einmal eine Hausbesichtigung. Das können die Geschwister machen. Schließlich wollen wir gleich noch gemeinsam essen.
Unser Gast hat Geschenke, nicht nur für seine Schwester mitgebracht. Ohne es zu wissen, hat sich ein ein Wunsch erfüllt. Zum 100. Geburtstag von Miles Davis hat der Musikjournalist Stefan Hentz eine Biografie vorgelegt. Nun kann ich sie lesen. Über zwei Puzzle freut sich meine Frau. Wunderbar. Kein 200 oder mehr teilige Puzzle. Angepasst. Meine Partnerin ist aus dem Häuschen. Sie freut sich so sehr.
„Kahngenuss“ in Straupitz
Eigentlich hätten wir ja noch Zeit. Doch mein iPhone klingelt. Da ich zu spät bin, nimmt meine Watch das Gespräch an. Am anderen Ende meldet sich der Kahnführer und Guide aus Straupitz. Er möchte wissen, ob wir noch kommen. Wieso? Er würde gerne bereits um 14 Uhr starten. Ob wir das schaffen könnten? Vereinbart war 14:30 Uhr. Aus Alt Zauche reisen wir an. Er gibt Entwarnung, bittet ruhig und sicher anzureisen und er würde auf uns warten. Wenige Minuten später sitzen wir im Peugeot und um 14:02 Uhr steigen wir aus dem Auto aus und gehen die dreißig Meter bis zum Steg. Passt.

Heute für uns eine Kahnfahrt der anderen Art. Diesmal geht es entlang von Grundstücken, Wiesen, etwas Wald, viel Weideland und zwischendurch liegen zwei Bäume im Fließ, die mit der Kettensäge geteilt werden müssen.
Eine Mischung aus Entspannung und Abenteuer. Für uns ist es die zweite Kahnfahrt in diesem Jahr. Rechne ich noch die Kahnfahrt in Schlepzig 2025 hinzu, sind es drei. Alle sehr unterschiedlich, so wie es der Spreewald ist. In den 1990er Jahren und davor, sind wir immer in Burg zu Kahnfahrten gestartet. Im Kahn, auf den Fließen gleiten, entspannt mich.
Kahnfahrt durch den Straupitzer Spreewald
Für heute hatte ich:
„Tour 2: Kahnfahrt durch den Straupitzer Spreewald und Schlosspark
Vom Kahnhafen am alten Kornspeicher in Straupitz, geht es vorbei am gräflichen Schloss der Familie Houwald.Im Schlosspark und den umliegenden Fließen erwarten Sie die pure Stille der Natur abseits der großen Touristenströme. Diese Kahnfahrt bietet Ihnen eine ursprüngliche und unberührte Landschaft verbunden mit der Durchfahrt des Schlossparks Straupitz, sowie den eimaligen Anblick von Schinkelkirche und Kornspeicher am Anfang und Ende der Kahnrundfahrt.“ gebucht.

So vieles zieht an einem vorbei. Die Bruthöhlen der Eisvögel, die Spuren der Biber und der sichtbare Teil einer Biberburg, das von Wildschweinen aufgewühlte Ufer, die von den Spechten mit Baumhöhlen gekennzeichneten Bäume, kleine und riesige Fische, Korallen und und und…

Mit der Motorsäge werden zwei Barrieren zerlegt. Doch eine Eiche, die über einem Fließ liegt, lässt sich nicht alleine zerlegen. Hier kehren wir um.

Auf dem Rückweg gleitet der Kahn durch den ehemaligen Schlosspark. Von weitem ragen die beiden Türme der Schinkelkirche in den blauen Himmel. Diese Art der Entschleunigung schätze ich sehr. Ich kann mir einen Aufenthalt im Spreewald ohne verschiedene Kahnfahrten nicht vorstellen. Ohne sie versteht man den Spreewald nicht so richtig. Ähnlich verhält es sich mit damit, dass dies das Siedlungsgebiet der Wenden / Sorben ist. Die zwei Stunden auf dem Kahn sind viel zu schnell verflogen.
Wir haben Zeit. Im angrenzenden Kornspeicher, gegenüber des Kahnhafens, nehmen wir unter dem Tassenbaum Platz. Das gemütliche Café besteht auf Selbstbedienung. Kaffee, Wasser, kleine Eisgläser aus einer WfB Manufaktur aus Cottbus und zwei Stück Blechkuchen liessen wir uns schmecken.

Es gibt viel zu erzählen. Nicht alles ist leichte Kost. Ist halt Leben.
Meine Frau hört zu, lächelt. Mir gelingt es nicht wirklich, sie ins Gespräch einzubeziehen. Zu schwer für sie, sich dazu sprachlich zu verhalten. Mein Blick wandert immer wieder zu ihrem Gesicht. Aufmerksam hört sie zu. Ihr erwidernder Blick zeigt keinerlei Ablehnung. Später wird sie mich nur dazu befragen, ob es stimmt, dass sie die beiden Puzzle geschenkt bekommen habe. Darüber freut sie sich so sehr.
Abschiedsabend
Zurück im Ferienhaus steht der Garten auf dem Programm. Mir gefällt er ausgesprochen gut. Heute geht es von den Temperaturen. Im Restaurant In Mühle, Alt Zachau“, dem Restaurant um die Ecke, haben wir eine Tisch reserviert. Draußen sitzen und speisen. Die drei Jungstörche in ihrem Nest, müssen wohl noch etwas warten, bis sie ihre Mahlzeit erhalten werden. Insgesamt sind in den drei Storchennestern in Alt Zachau acht Jungtiere zu ernähren.
Rote Beete Nudeln sehen nicht nur sehr gut aus, sondern sind sehr schmackhaft. Vom Matjesgericht ist nichts anderes zu sagen. Ein rundum gelungenes Essen an unserem vierundvierzigsten Hochzeitstag.
Unser Rückweg ist ein wenig länger und bringt uns in die Nähe des Nordumfluter. Dieser künstlich angelegte Kanal sorgt, wie der Südumfluter, dafür, dass der Kernspreewald oder Hochwald genannt, nicht durch Hochwasser überflutet werden. Letztlich dient er dem Tourismus und ist Teil des Wassermanagement. Auf ihm sind wir bereits mit dem Kahn gefahren. Auf ihm ist es erlaubt, ja geboten, mit dem Motor den Kahn zu bewegen. Seine Tiefe macht es unmöglich zu staken mit dem Rudel .
Wir sehen uns zu selten. Ein mir sehr vertrautes Gefühl. Meine Frau ist müde und ich begleite sie in Richtung Bett. Ein schöner Tag, findet sie. Dass sie Puzzle geschenkt bekommen hat, ist eine Freude für sie.
Ich bemerke bei mir für eine Millisekunde, dass ich etwas melancholisch werde. Die Zeiten, wo sie sich an unserem Hochzeitstag als solches freute, die sind vorbei. Abstrakt, nicht begreifbar. Das ist bei Geburtstagen oder Festtagen ja nicht anders. Ich acht Tagen begehen wir unsere kirchliche Trauung, die mir sehr viel mehr bedeutet. An diesem Tag wird es nicht anders sein.
Mehr als eine Stunde schaffe ich nicht mehr. Morgen früh sehen wir uns ja wieder.
Ich bin zu müde, um noch ausgiebig Tagebuch zu führen und für den Blog zu schreiben. Stichworte müssen reichen. Ausformulieren, dass kann / muss später erfolgen.
Reisetag XII
260703
Tschüss
Früh sind wir drei aus den Federn. Passt gut. Auf meine innere Uhr kann ich mich an solchen Tagen verlassen.
Ein wenig teilen wir uns die Aufgaben auf, die jetzt noch zu erledigen sind. Um zu frühstücken ist es noch viel zu früh. Erst um 7:30 Uhr öffnet der Dorfladen. Drei Brötchen und ein Dinkelbrot habe ich für heute früh bestellt. Pünktlich stehe ich vor dem Tresen. 5,30 € soll ich für das größere Brot und die drei Vollkornbrötchen zahlen. Preise, die ich mir in Monheim am Rhein wünschen. würde.
Während ich unterwegs bin, sind die beiden anderen dabei das Haus klar zu machen. Die Bettwäsche in unserem Schlafzimmer zieht meine Frau ab. Nicht so ganz, doch ihr Bett ist fertig. Für mein Bett bin ich dann wohl zuständig. Wird gemacht.
Wir hatten vor, um 9 Uhr das Haus zu verlassen, um in Lübben den Bahnhof anzusteuern. Für meinen Schwager ging es mit dem RE zurück nach Berlin.
Zeit hatten wir noch genug und so gönnten wir uns noch einen letzten Blick auf die Störche gegenüber.

Gegenüber unseres Ferienhauses stand ebenfalls ein Klinkerbau. Mir gefiel seit unserer Ankunft der hölzerne Vorbau. Nach Auskunft unserer Vermieter, hatte ihr Haus in der Vergangenheit ebenfalls einen hölzernen Vorbau. Doch bei der Renovierung wurde dieser durch einen schmucklosen Vorbau aus Stein ersetzt.

…Fahr’n auf der Autobahn
640 Kilometer liegen vor uns. Seit Jahren habe ich die Regel, Strecken über 5 Stunden Fahrzeit durch eine Übernachtung zu teilen. Für diese Rückfahrt habe ich mir vorgenommen, so lange zu fahren, wie es für mich geht. Sobald Anzeichen einer Müdigkeit auftreten, runter von der Autobahn und ein Hotel ansteuern.
Der Orientierungslosigkeit, die mir in den vergangenen Tagen und das Heimweh, haben mich veranlasst, die Rückfahrt so zu gestalten. Und wie es sich zeigen sollte, war das eine vernünftige Entscheidung.
Noch auf dem Berliner Ring wurde ich erstmals mit der Frage: Wo fahren wir denn hin? konfrontiert. Ich: Nach Hause. Sie: Schweigen. Keine Ahnung wann sie mich fragte: Wo schlafen wir denn? Ich: zu Hause. Sie: Haben wir ein Quartier? Ich: Ja, das haben wir. Und wir haben es bereits bezahlt. Schlüssel sind vorhanden. Sie: Gut.
Ihre Frage: Wo fahren wir hin? stellt sie mir mehrfach, so wie die Frage nach dem Ort zu schlafen und dem Quartier.
Hinter Hannover wollte ich eine längere Pause machen. Wir sind runter von der Autobahn und nach Bad Nenndorf gefahren. Heiß war es. Niemand von uns beiden hatte Lust auf Pasta, Pizza oder ähnliches. Ein Eis. Das passte. Obwohl gerade die Landesgartenschau in Bad Nenndorf war, wurde uns die Kugel Eis für 1,70 € angeboten. Eine knappe halbe Stunde sind wir durch die Kleinstadt geschlendert, vorbei an Kliniken, Gästehäusern, Villen aus der Gründerzeit. Sicherlich eine bevorzugte Wohngegend, in der wir unterwegs waren.

Dieses Motiv konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Entspannt ging es weiter. Gut zwei Stunden haben wir den Podcast „Alles gesagt“ von Der Zeit gehört: „Lavinia Heisenberg, müssen wir Einstein neu denken?“. Für Menschen, die was von Physik verstehen, kann das Gespräch ein Highlight sein. Für uns weniger. Gavitationsforschung, Relativitätstheorien und andere physikalischen Grundlagen, gehören nicht zu unserer Kernkompetenz.

Wer oder was ist die Freie Gemeinschaft der Buntstifte? Der Bus stand in der Parkbucht vor der Raststätte. Leider war der Bus bereits fort, als wir von der Toilette zurück waren.
17:50 Uhr Ausfahrt auf der A59, Monheim/Langenfeld.
Mit Entrüstung werde ich gefragt: Warum fährst Du denn hier? Ich: Erkennst Du was? Sie: Nein. Warum? Von der Hoffnung, dass sie etwas erkennt, will ich nicht lassen. An der nächsten Ampel frage ich erneut: Erkennst Du was? Sie: Entrümplungsservice. Ich: ??? Da sehen ich, dass sie mir den Text des vor uns stehenden Transporters vorgelesen hat. Ich pruste los und lache. Sie stimmt mit ein. Sekunden nach dem Anfahren: Die Moschee ist bald fertig. Ich schmunzele. Erkennst du jetzt was? Sie: Nein. Meine Worte geben ihr keine Orientierung.
Monheim am Rhein
Vor der Bücherstube, ihrer alten Arbeitsstätte, sind noch Parkplätze frei. Ein Buch liegt dort für sie bereit. Parken und rein in die Bücherstube. Allerdings möchte sie lieber über die Straße und sich dort auf einen Stein setzen. Ich biete ihr die beiden vor der Bücherstube stehenden Stühle an. Sie lehnt ab.
Dann die Treppe hoch. Eine alte Kollegin begrüßt sie ganz überschwänglich. Gott sei Dank, denke ich. Meine Frau lächelt, weiß in diesem Moment aber nicht ihren Namen. Doch da steht die Chefin der Buchhandlung und Freundin, Linda. Endlich. Ein Anfang. Ihr wird „Die Vögel Mitteleuropas“ von Johann Friedrich Naumann in die Hand gedrückt. Wunderschöne Zeichnungen. Sie hatte es im Ferienhaus entdeckt und war fasziniert.
„Ich muss auf die Toilette“, wurde mir zugeflüstert. Bezahlen und los.
Den Peugeot stelle ich ab. Unerwartet schwierig wird das Aussteigen. Sie humpelt. Meine Tochter ruft an. Ich drücke sie weg. Ich bitte sie, die hintere Türe zu öffnen, ihre Tasche und Jacke zu nehmen. Klappt nicht. Meine Tochter ruft an. Ich ignoriere sie, denn es wird immer stressiger. Meine Hände sind voll und fragend steht meine Frau da. Sie weiß nicht, was ich von ihr will. Meine Watch nimmt das Telefonat an. Davon bekomme ich nichts mit. Doch unsere Tochter bekommt den Stress zwischen uns beiden und die Konfusion ihrer Mutter mit.
In der Wohnung angekommen denke ich, jetzt ist es geschafft. Denkste. Die Wohnung ist fremd. Wo ist die Toilette? Das Ausziehen ihrer Kleidung bereitet ihr Schwierigkeiten.
Atmen hilft. Die Aufforderung an mich selbst, ruhig zu werden und zu bleiben funktioniert. Jetzt dringt auch meine Tochter durch. Wir sprechen miteinander. Sie bietet an, jetzt zu kommen. Dann hätte ich Ruhe, um den Wagen auszuladen, die Fahrräder abzustellen und Luft zu holen. Ich bin sehr dankbar für ihr Angebot. Kurz nach 19 Uhr steht sie in der Tür, die ich öffnete. Meine Frau schaffte es nicht, das Klingeln mit dem Tür öffnen zu verbinden. Sie wusste in diesem Moment nicht, wie die Tür aufzudrücken ist. Egal. Wir freuen uns, sie zu sehen.
Dann los. Meine Zeit läuft. Fahrräder abladen und verstauen. Alles an Gepäck hoch vor die Wohnung, das Auto in die Tiefgarage und hoch um unsere Sachen zu sortieren. Stück für Stück packe ich aus und verbringe alles an den Ort, wo es hingehört. Bis 21 Uhr benötige ich dazu. Fast alles ist dort, wo es sein sollte. Nur die Dinge, wie die Koffer, Fahrradtasche und Kühlbox, die in den Keller müssen, bleiben stehen. Ich bin so was von geschafft. Die Post habe ich zwar geöffnet und zur Kenntnis genommen, doch nicht wirklich gelesen. Hat ja noch Zeit.
Was soll das?
Ich habe zu wenig getrunken. Das macht mir gerade mein Körper klar. Nicht gut. Ganz und gar nicht. Schwindel, wackelig, unsicher, unklar im Kopf, muss mich anstrengen um nicht umzufallen, es fühlt sich alles andere als gut an. Dehydriert? In Summe komme ich auf etwa einen Liter Flüssigkeit, den ich seit dem Aufstehen getrunken habe. Keine Zeit. Einfach vergessen. Scheiße.
Gut, dass unsere Tochter jetzt hier ist und sich um ihre Mutter kümmert. Sie legen das erste Puzzle zusammen. Ich bekomme es voller Stolz und mit einem grandiosen Lächeln gezeigt. Nur, ich kann es nicht würdigen. Nichts geht mehr. Zum Glück übernimmt meine Tochter unser Auto. Damit bin ich sehr entlastet. Meine Frau leite ich durchs Bad und kurz darauf liege ich neben ihr im Bett. Kopfschmerzen sind nicht hilfreich beim Einschlafen.
Auf morgen bin ich sehr gespannt. Wie viel Orientierung kommt zurück? Ich bete darum, dass sie auf möglichst viel, wenn nicht alles, wieder zugreifen kann.
Nachschlag
260705
Das Schlafen hat uns erst einmal gut getan. Immerhin habe ich einen halben Tag durchgehalten. Einkaufen, Wäsche, Essen zubereiten… Dann war das, was ich gebraucht hätte, nicht mehr vorhanden. Energie und Klarheit.
Meine Frau war mit mir überfordert. Sorge hatte sie für einen Moment, dann suchte sie nach Beschäftigung. Auf dem Balkon wurde sie tätig. Eine sehr begrenzte Rheinrunde mit Pausen musste sein.
Wie tags zuvor ging irgendwann nichts mehr. Schlafen, eine gute Idee.
Doch leider ohne eine Veränderung zu hinterlassen. Keine Energie, Kopfschmerzen… Nicht mein Tag. Auf der normalen Rheinrunde ging es nicht ohne eine Pause auf einer Bank mit tollem Ausblick.
JA oder doch lieber nicht?
Seit ich in der Dorfchronik lesen musste, dass 2024 (Landtag) und 2025 (Bundestag) über 45 % der Wahlberechtigten die AfD wählten, bin ich irritiert. Anders bei den Wahlen zur Gemeindevertretung. Dort bekamen die Rechtsextremen nur einen von acht Sitzen.
Ich verstehe nicht, wie man sich mit dieser rechtsextremen Gruppierung gemein macht. Werde ich wirklich in ein Dorf reisen, wo nahezu die Hälfte aller Wahlberechtigten rechtsextrem wählen?
Heute muss diese Frage nicht entschieden werden. Ich bin mir sicher, dass ich mir diese Frage noch häufiger stellen muss.
Bis demnächst?
In drei Wochen beginnt meine „Kur für pflegende Angehörige“ in Winterberg.

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