Wassenaar in Holland

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Strand von Wassenaar mit Blick in Richtung Schnevendingen

Wind und Meer. Kunst und Kultur. Botanik.

Nach meiner Genesung von einer beidseitigen Pneumonie wollte ich ans Meer. Tief Luft einatmen. Mit einer Verzögerung, geht es nun endlich an die Zee. Ein Hotel in Wassenaar, zwischen Leiden und Den Haag gelegen, wird für vier Nächte unser Ausgangspunkt für Strandwanderungen, Besichtigungen, Stadtbummeln und Kunsterlebnisse.

260310

Packtag. Wie mittlerweile üblich, sind wir (noch) Gäste in der Tagespflege. Warum „wir“, ist ein eigenes Kapitel, zu dem ich vielleicht noch unter „Alltag Alzheimer“ meine Erfahrungen wiedergebe.

Wieder zu Hause angekommen, ist alles entspannt und gut. Eine Unruhe überfällt meine Frau in dem Moment, wo ich ihr sage, dass ich jetzt für unsere vier Tage in Wassenaar packen würde. Ihre Reaktion: „Kann ich helfen?“

Ich: Ja, wenn Du Dir den Film „Romantisches Holland: Zwischen Tulpenpracht und Königskrone“ aus der WDR Reihe „Wunderschön!“ anschaust. In diese Region fahren wir morgen. Vielleicht entdeckst Du etwas, was wir uns ansehen sollten.

Für fast neunzig Minuten habe ich den von mir gewünschten Zeitrahmen um für die vier Nächte am Meer zu packen. Passt sehr gut. Seit vielen Jahren nutze ich die App „PackTheBag“ bei der Planung und Finalisierung des Packens für eine Reise.

Passt alles, wenn ich auch auf die Mitnahme unserer Fahrräder verzichte. Unbeständiges Wetter mit recht kräftigem Wind, erwartet uns.


260311

Reisetag I

Okay, die Nacht war so was von daneben. Egal. Ich freue mich aufs Meer, Spaziergänge und Entdeckungen. Mir ist bewusst, dass die Zeit nicht reichen wird, um all die interessanten Angebote wahrzunehmen. Dann kommen wir halt wieder, sage ich mir heute. Nur etwas mehr als drei Stunden Anreise mit dem Auto liegen vor uns.

Gemeinsam mit Müsli, Getreidekaffee und Earl Grey frühstücken. Der Wetterbericht für Wassenaar und Umgebung ist stabil. Windig und abwechslungsreich wird es.

Blumen gießen, Heizung runter drehen, Strom regulieren und und und. All die Dinge, die vor dem Verlassen der Wohnung automatisch ablaufen.

Unpässlich

Nein, überrascht war ich nicht, als ich aus dem Badezimmer das Rufen nach mir vernahm. Klar, die Unpässlichkeit hat wieder zugeschlagen.

2019, in Den Haag, haben die Unpässlichkeiten begonnen, die wie Überfälle daher kommen. Seitdem sind sie für mich alltäglich.

Ruhe ausstrahlen, Imodium Akut geben und dort behilflich sein, wo es erforderlich ist.
Ihre Ruhe ist dahin. Ihre Angst kann ich sehen. Jeder Satz ist durchtränkt mit einer tiefen Unsicherheit. „Können wir nicht hierbleiben?… Ich habe Angst.“

Ruhe ausstrahlen, darum geht es jetzt. Wir reisen mit dem Auto, ergo haben wir keinen Zeitdruck.
Anderthalb Stunden Auszeit im Bett entspannen sie. Sie ist bereit für die Fahrt an die Zee.

Anreisen und Ankommen

Zwischen Monheim am Rhein und Leiden regnete es an einem Stück. Die etwas über drei Stunden Fahrt für die 280 Kilometer stellten kein Problem, trotz der morgendlichen Unpässlichkeit, dar.

Während der Fahrt beschäftigte meine Partnerin, ob wir schon in Holland sind, wie lange das denn geht, was wir denn einkaufen müssen, wohin wir denn fahren… Es war nicht gerade wenig womit sich meine Frau auseinandersetzte.

Eine kurze Toiletten- und Trinkpause haben wir eingelegt. Leider hatte die Tankstelle keinen Platz um dort die gekauften Getränke und die Croissants im Sitzen zu essen. Dann eben die Vordersitze im Auto etwas nach hinten schieben und dort, geschützt vor dem Regen, genießen.

Etwas außerhalb des Ortes Wassenaar, mitten in den Dünen, liegt unser Ziel: das „Fletcher Boutique Hotel“.

Hotel Fletcher Boutique in Wassenaar
Hotel Fletcher Boutique in Wassenaar

Ein völlig unkomplizierter Checkin. Zimmer ist nicht ganz so richtig ausgedrückt. Das Zimmer ist mehr ein Appartement. Ein Zimmer mit Schreibtisch, Schrank, Sofa und zwei kleinen Sesseln bestückt. Ein großes Bad mit Wanne und Dusche, geht davon ab. Unter dem Dach befindet sich ein noch größerer Raum, der als Schlafzimmer – mit einem großen Doppelbett – fungiert. Über eine steilere Treppe gelangen wir dahin.

Das Parken am Hotel ist im Preis inbegriffen. Sehr angenehm.

Dann mal los

Jetzt sind wir schon in der Nähe der Zee. Eine Mitarbeiterin des Hauses gab uns Empfehlungen auf welchen Wegen wir den Strand erreichen.

Nach dem Koffer und Tasche auspacken, ist es Zeit aufzubrechen. Also dann mal los, denn dafür habe ich das Quartier in Meeresnähe ausgesucht. Mit den leichten Wanderschuhen an den Füßen raus in die Dünenlandschaft und zur Zee.


Die Dünen und ihre Pflanzenwelt. Ein sehr eigener Lebensraum. In klar abgegrenzten Bereichen kann gewandert oder Rad gefahren werden. Selbst an Reiter:innen ist gedacht. Sie haben ihre eigenen Pfade.

Mitte März, scheint noch eine karge Zeit in den Dünen zu sein. Nur beim sehr genauen Hinschauen entdecken wir, das Pflanzen kurz davor sind, sich mit ihrem Grün und ihren Früchten zu outen.

Zu den Impressionen des Spazierganges gehören die vielen Hunde und ihre Begleiter:innen. Die zahlreichen Exkremente an den Rändern der Wege zeugen von ihrer intensiven Nutzung. Recht wenige Menschen mit Hund begegneten uns, die gefüllte Kotbeutel mit sich trugen. Meine Frau regt das auf.

Am Strand angekommen war ich überrascht, dass nicht eine Möwe dort anzutreffen war. Nirgends kreisten sie. Eine Krähe sahen wir. Mehr Vögel gab es in dem Abschnitt nicht zu sehen.

Über den mit Betonplatten oder asphaltierten Weg zu gehen ist ja kein Problem. Doch anders wird es, wenn die Wege nicht befestigt sind, so wie diese, die durch die Dünen führen. Auf dem lockeren Sand hoch und runter zu laufen, macht ja Spaß. 20 Höhenmeter vom Strand hoch zur Düne hört sich nicht viel an. Doch anstrengend ist es in jedem Fall. Für meine Partnerin war es zu heftig, ging es doch dann wieder runter und erneut hoch. Sie kam an ihre physischen und psychischen Grenzen.

Die vier Kilometer, begleitet von reichlich Wind, durch die Dünen und am Strand entlang , taten mir einfach gut.

Im Sommer kann ich mir nicht vorstellen, dass es hier entspannt zu geht. Die großen Parkplätze, die vielfältige Infrastruktur für die Touristen, lassen darauf schließen, dass hier eine Masse an Menschen den Strand bevölkert und versorgt werden will / muss.

Kleiner Ausschnitt des Parkplatzes am Strand

Der Radweg durch die Dünen ist für die einen wie eine Trainingsstrecke. Auf den Rennrädern wird mit richtigem Speed gefahren. Die mit Rennrad tragen Helme. Diejenigen, die nur von A nach B wollen, lassen es deutlich ruhiger auf dem sehr welligen Radweg angehen. Ich habe niemand mit Helm fahren sehen. Lust hier zu fahren, haben wir beide. Nicht ausgeschlossen, dass wir erneut hier Station machen.

Im Restaurant des Hotels haben wir zu Abend gegessen. Geschmacklich war es okay.
Der Service war sehr freundlich und total überfordert. Dreimal musste ich die Getränke ordern, damit sie dann, kurz vor Ende unseres Essens, unvollständig serviert wurden.




260312

Reisetag II

Die Nachtruhe fand ich gut. Das ist bei mir nicht selbstverständlich. Dass der Wind brauste und das er im Schlafzimmer gut zu vernehmen war, hat mich letztlich nicht gestört, wenn ich auch davon wach wurde. Meine Frau hat einen sehr guten Schlaf. Sie bekommt das nicht mit.

Die Größe des Bades kommt unserer Situation sehr entgegen. Selbständig kann meine Frau die Dusche nicht mehr nutzen. Die Armaturen sind nicht selbsterklärend. Schnell passiert es, dass die Temperatur nicht passend eingestellt werden kann. Verbrühen ist eine reale Gefahr. Wir haben es heute gut hinbekommen.

Das erste Frühstück im Hotel. Frühstücken ist mittlerweile für meinen Einstieg in den Tag sehr entscheidend.

Die Auswahl am Buffet ist riesig. Meine Frau kann sich ihr Müsli zusammenstellen. Auf den Fruchtjoghurt verzichtet sie. Wenn etwas anders aussieht kann sie es nicht mehr einschätzen. Somit verzichtet sie darauf. Doch Melone bleibt Melone und die schmeckt ihr. Früchtetee anstelle von Getreidekaffee ist akzeptiert.

Sie sitzt. Ich kann mir mein Frühstück zusammenstellen und den Earl Grey aufbrühen. Teller und Becher zum Tisch. Meine Partnerin frühstückt schon.

Der Wetterbericht prognostiziert: Kräftiger Wind und es bleibt trocken.

Leiden

Nach Wassenaar ist Leiden unser erstes Ziel. 2021 waren wir für einen Nachmittag mal in Leiden. Die Mitarbeiterin im Hotel verglich Leiden mit Amsterdam. Viele Grachten durchziehen die Stadt, die sicht- und hörbar eine Stadt voller Studierende ist. Spanisch, Englisch, Deutsch haben wir gehört, wenn jüngere Menschen an einem vorbei kamen, auf einer Bank saßen oder am Nachbartisch im Café saßen. Sehr sympathisch, die Stadt.

Parken

Wer wie wir mit dem Auto anreist stellt sich die Frage, wo parken. Aus den vielen Reisen in die Niederlande weiß ich, dass die Parkraumbewirtschaftung intensiver als bei uns ist. Selbst kleine Städte übertreffen das Niveau von Köln oder Düsseldorf.

Den ersten Parkplatz in der Innenstadt an einer Gracht habe ich nach Studium der Konditionen verlassen. Nur ein Tagesticket in Höhe von 34,50 € zuzüglich einer Gebühr von 4,95 € des Onlinedienstes. Ausschließlich über eine App ließ sich der Parkplatz buchen.

Ausgang Parkplatz Leiden – Vreewijk

Bei der Anreise hatte ich ein Hinweisschild auf einen städtischen Parkplatz gesehen. Diesen steuerte ich an. Für 6 1/2 Stunden Parkzeit wurde meine Kreditkarte mit 20 € belastet. Den besonderen Service des städtischen Parkplatzes, einen kostenlosen Shuttle in die Innenstadt und zurück, haben wir nicht angenommen.

Entdecken

Wir starteten, wie immer, zu Fuß. Eine sehr gute Entscheidung. Auf den 6,5 Kilometer, die wir durch die Stadt liefen, haben wir sehr viel zu sehen bekommen.

Die Parks um die Altstadt, wie der Rembrandtpark, das Mühlenmuseum De Valk oder der Hortus Botanicus der Universität Leiden zu entdecken, hat uns sehr gefallen.

Es ist sehr verständlich, dass Leiden mit Amsterdam verglichen wird. Bodenständiger. Früher war sie mal die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden.

Der Besuch im Mühlenmuseum war fast perfekt. Auf der zweiten Ebene wollte meine Frau nicht mehr weiter und raus. Sie musste auf die Toilette und konnte es mir dort nicht sagen. Das Aufsteigen ging ja recht gut. Ich ging mit Abstand hinter ihr. Sie war sicher. Doch der Abstieg über die vier Treppen war für sie eine Herausforderung. Dieses rückwärts hinuntersteigen ging nur mit klaren Anweisungen. Es kostete sie sehr viel Energie.

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Alter Türbeschlag

Hinter dieser Türe befindet sich die Toilette des Mühlenmuseums. Sie mit Hilfe zu verriegeln, klappte gut. Doch der Hinweis, wie die Tür zu öffnen sei, war nicht mehr greifbar. Für meine Partnerin purer Stress. Ich draußen und bemüht klare Instruktionen zu geben. Keine Ahnung, wie lange es sich hinzog. Doch dann war die Tür auf und wir konnten beide lachen.

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Im „Pannekoekenhuis de Schaapsbel“ haben wir uns niedergelassen. Lecker wars. Von hier aus sind wir zum Hortus Botanicus der Universität Leiden.

Erstaunt war ich über die Eintrittspreise von 14 € pro Person. Keine Chance mit dem Schwerbehindertenausweis.

Für mich gibt es genügend Anreize zurückzukehren. Nicht nur die wunderschöne Pflanzen im botanischen Garten. 

Kakao und eine Schokotarte für meine Frau und für mich einen Oolong-Tee und endlich das obligatorische Stück Appletarte met Slaagroom. Uns hat es geschmeckt im Hortus Grand Café.

Wandgemälde am Wereldmuseum, Leiden

Völlig überraschend wurde ich mit einem „ich möchte noch was essen“ konfrontiert. Dieser Wunsch hielt an. In Wassenaar machten wir Station, fanden nur einen Bio Supermarkt. Doch mehr als eine kleine Flasche Rosé und eine kleine Packung Spekulatius fanden wir nicht. Restaurants, Fehlanzeige.

Dann ins Hotel, denn das Bedürfnis auf die Toilette zu gehen, kam dazu. Dort angekommen entschied ich mich für nicht mehr losfahren. Unsere Tochter rief an um zu hören wie es uns ergeht. Passend. Sie empfahl ihrer Mutter Pasta. Die war begeistert. Im Restaurant gab es dann Pasta für sie und eine Suppe für mich. Und wieder flopte die Lieferung der Getränke. Meine Suppe war schnell da. Die Pasta und die Getränke nicht. Pasta war gut, der Rosé ebenso. Will ich mehr?


260313

Reisetag III

Das Hotel passt. Unser „Zimmer“ mit seinen zwei Ebenen hilft mir. Während meine Frau schon schläft, kann ich mich zurückziehen zum Lesen oder Schreiben, ohne sie zu stören. Mit der Treppe werde ich nicht warm. Ich bin froh, wenn ich nachts ohne Sturz runter zum Bad gelange. Früh bin ich wach und mache mich fertig.

Die Raumzuordnung, die innenliegende Treppe und die sich geänderten Ablagen für sämtliche Alltagsgegenstände die wir mitgenommen haben, stellen meine Frau durchweg vor ein Problem. Wir kriegen das gut hin.

Unachtsam war ich heute früh. Meine Frau hat nach dem Duschen sich die Haare gefönt. Den Fön hat sie wohl auf maximale Leistung gestellt. Ihre Haut im Bereich des Nackens und der rechten Schulter waren  stark gerötet. Ein intensiver Sonnenbrand sähe nicht anders aus. Ich hoffe, dass die Creme die Haut beruhigt. 

Das Frühstücken war wie gestern gut.

So wie prognostiziert regnet es heute morgen und wir machen eine Pause bevor wir ins Museum „Voorlinden“ in Wassenaar starten. Zwar liegen im Auto zwei Regenschirme griffbereit, doch wozu Hektik. Der Tag liegt vor uns.

Die Zeit bis zum Aufbrechen verbringt sie mit malen. Ich habe Zeit für die News der Welt und etwas im Blog zu schreiben. Wie immer hänge ich hinterher mit dem Schreiben. Mir fehlt die Ruhe. Tippe ich, werde ich umgehend gefragt, was ich da denn mache. 

Voorlinden Museum & Garten

Museum Voorlinden

Museum Voorlinden. Architektonisch sehr ansprechend, was das Rotterdamer Architekturbüro Kraaijvanger für Joop van Caldenborgh entworfen hat. Große, helle Räume ohne Installationen, die von den Exponaten ablenken. Sehr gelungen. Nichts stört. Keine Kameras oder Messgeräte sind zu sehen. Und dabei ist alles vorhanden, wie mir auf Nachfrage, erzählte wurde.

Für 44 € durften wir die Ausstellungen besuchen. Wie schon in Leiden erfahren, kommt man mit dem Schwerbehindertenausweis nicht weiter. Ich hoffe, dass ich die Ausstellung eines internationalen Behindertenausweises erlebe. Das Kunst und botanische Gärten zu entdecken Geld kostet, wusste ich.

Vase von Claire Tabouret

Der französischen Künstlerin Claire Tabouret wird eine Einzelausstellung zuteil. Wir kannten die Künstlerin nicht. Beeindruckende Werke. Die wunderschöne Lichtdurchflutung durch die Architektur wird auf einer ihrer Vasen sichtbar.

Das Gemälde mit der Spiegelung, hat mich fasziniert. Länger als andere Objekte habe ich mir das Gemälde angeschaut. Zu meinen Marotten gehört, dass ich mich in jeder besuchten Ausstellung frage, welches Objekt ich mit nach Hause nehmen würde, wenn ich dürfte. Dieses Bild von Claire Tabouret hätte ich sehr gerne mit nach Hause genommen. Meine Partnerin fragt mich: Wo willst du das denn hinhängen. Mir wäre schon ein radikaler Schnitt bei uns gelungen. Doch wie immer steht das Bild nicht zum Verkauf und dürfte unsere Mittel bei weitem übersteigen.

Mirrors (purple) 2025

Das abgefahrenste Objekt war „Swimmingpool Pool von dem argentinischen Künstler Leonardo Erlich.

Von oben betrachtet, ein Swimmingpool. Doch geht man nach unten, gelangt man in das trockene Becken. Der Blick nach oben verrät, dass eine Scheibe das Wasser trägt. Am Beckenrand stehend erscheinen alle Personen im Becken als unter Wasser stehend oder schwimmend. Illusion. 

Fast 2 Stunden haben wir uns dem uns Irritieren, Erstaunen, Grübeln, Bewundern, Amüsieren oder Fragen hingegeben. Für mich eine wohltuende Zeit. 

Meine Frau wollte sich noch bei den Karten umsehen. Sie fragt immer, ob ich mit der Auswahl und dem Kauf einverstanden bin. Meistens fragt sie, wie viele denn möglich sind. Diesmal waren es vier. Um fünf auszusuchen, müsse sie mir einen Kuss geben. Ich bekam ein Lächeln und den Kuss. 

Im Restaurant das zum Museum gehört, haben wir im Anschluss zu Mittag gegessen. Für meine Partnerin eine Kürbistarte. Für mich gab es einen gemischten Teller mit einer Auswahl von Speisen. War beides lecker. 

Im sich anschließenden Spaziergang durch den zum Museum gehörenden Park, der mehr als ein Park ist, haben wir so einiges entdeckt. Auf den Dünen steht die Skulptur „Jericho“ von Anselm Kiefer. Diese Türme, die ich nur aus Filmen und von Photos kenne, sind sehr martialisch. Rau, keine Einladung dort zu verweilen.

Wie die Ruinen, die in den Medien angesichts der aktuellen Kriege fortwährend zu sehen sind. Die Bombeneinschläge dürften nicht viel anders aussehen. 

Der Spaziergang war einerseits schön und abwechslungsreich. Bäume gaben unserer Phantasie eine Menge Anregungen. Meine Frau entdeckte zudem, dass sich die Natur dem Frühling hingibt. Diese kleinen Zeugnisse zu suchen, macht ihr Spaß. 

Dennoch war sie durch den Wind. Sie fragte danach, wann wir denn endlich in das große Haus – das Museum – gehen würden; warum wir denn nicht nach Hause fahren. Es war Zeit, das Anwesen zu verlassen. 

Erst Café dann Hotel

Auf ein Heißgetränk mit Gebäck hatte sie Appetit. Ein kurzer Blick in mein iPhone. Ein französisches Café Soofrench in Wassenaar erregte meine Aufmerksamkeit. Im Café bestellte ich Kakao und Cappuccino mit drei kleineren Köstlichkeiten. Sehr lecker. Für ihr Abendessen konnte ich hier sorgen. Eine kurze Nachfrage ergab: Baguette mit Ziegenkäse, Honig und Walnüssen. Passt. 

Die Mitbesitzerin fragte nach unserer Herkunft. Ihre Familie lebt in Düsseldorf. Kleine Welt. Kommen wir wieder nach Wassenaar, dann ist dieses kleine französische Café ein Ziel. 

Zurück im Hotel. Zeit für die Tabletten und Fotos schauen. Von Minute zu Minute entwich sichtbar die letzte Energie bei meiner Partnerin. Das Baguette und den tags zuvor gekauften Rosé schaffte sie kaum. Auf meine Frage, wie müde sie sei, bekam ich zur Antwort: Ich bin so müde. Ich möchte ins Bett. 

Einmal begleitet durchs Bad. Die heute früh stark gerötete Haut ist blasser. Sie schmerzt nicht. Während des sich Umziehen, die Wäsche für morgen raus legen. Sie steht vor der Treppe. Schaut nach links und will zum Bad, schaut nach rechts zur Zimmertür und will nur noch nach oben ins Bett und geht in Richtung Bad. Die Treppe vor ihr erkennt sie nicht als den Zugang zum Bett. So müde ist sie. Um 19:40 Uhr liegt sie völlig erschöpft im Bett. Nur wenige Minuten später höre ich von oben Geräusche die zum Schlafen gehören. 

Zeit für mich. Zeit für mein Tagebuch. Zeit für den Blogeintrag. Zeit zum Karten schreiben. Zeit zum Planen des morgigen Tages. Zeit für… was da so kommt. 


260314

Reisetag IV

Wenige Minuten nach 7 Uhr war es hell im Schlafraum. Meine Frau gab mir einen Kuss und ging ins Bad. Einmal durchatmen und kurz warten, dann raus aus den Federn und ab ins Bad. Willkommen an diesem Tag am Meer. Ich fühle mich fit.

Diesmal habe ich nach ihrem Duschen und Haare waschen darauf acht gegeben, mit welcher Stufe der Fön die Haare trocknet. Es dauerte länger, doch die eingecremte Haut war nicht mehr gerötet. Die Wäsche lag parat. Auf ins Restaurant. 

Wir sind die ersten im Restaurant zum Frühstücken. Wie an den vorausgehenden Tagen gab es eine reiche Auswahl. 

Zu meiner Überraschung war die freundliche, mit und Deutsch sprechende Mitarbeiterin aus dem Service doch im Haus. Eigentlich hatte sie frei. Ich mag mich gerne mit ihr unterhalten, hat sie doch einen guten Blick auf das, was uns interessieren könnte. Meine vorsichtige Frage, die ich mit der Aussage: Ich überlege die ganze Zeit, welchen Akzent sie sprechen. Ein Lächeln und die Antwort wird mir gegeben. Geboren in Karlsruhe, aufgewachsen im Saarland und seit 20 Jahren hier lebend. Tja die Liebe. 

Erste Station in Wassenaar ist das riesige Gartencenter. Schnell werde ich fündig. Drei Pflanzgefäße, zwei Rollbretter, einen größeren Salbei und für das Auge meiner Geliebten zwei blühende Pflanzen. Das wird passen. Blumenerde holen wir bei uns.

Im Gartencenter aufgenommen

Doch um zur Kasse zu gelangen, mussten wir wie in einem IKEA Markt einem Weg folgen. Nur einmal gelang es uns eine Abkürzung zu nehmen, da jemand eine Tür öffnete und wir durchgehen konnten, um dann dort zu stehen. Krass diese üppigen Plastikblumen. Eine riesige Fläche war gefüllt mir diesem Plastikmüll.

Zwölf Minuten später, zweiter Stopp. In Den Haag zu Albert Hein. Wirklich sehr groß dieser XXL Supermarkt. Ein wenig erinnerte er mich an die französischen Supermärkte in den Randbezirken der Städte. Am Ende war unsere Einkaufsliste leer und der Einkaufswagen gefüllt. 

Die dritte Station des heutigen Tages, das „Mauritshuis“ in Den Haag, war in zehn Minuten erreicht.

Von der Tiefgarage aus sollte das Museum gut zu erreichen sein. Durch die Einrüstung des Binnenhofes mussten wir einmal um den innerstädtischen See laufen. Meine Frau war nicht gut drauf.  Schweigsam. Verschlossen. Der Zugang wurde mir nicht gewährt, was mich zunehmend stresste.

 

STREET ARTIST
STUDIO ZEPA am Bauzaun

Auf dem Weg kamen wir an einer kleinen Ausstellung mit Fotos von Vögeln vorbei.

Langsam lichtete sich ihr Gesicht und diesmal nahm sie ihr iPhone in die Hand, um einige Vögel zu fotografieren. Sie liebt die grünen Papageien, die mittlerweile auch in Monheim zu Hause sind. 

Mauritshuis

Erstmals in diesen Tagen hat ein Museum den Schwerbehindertenausweis anerkannt. Ein Ticket musste ich für 21 € kaufen, das für die Begleitung kam frei hinzu. Perfekt. 

Zwei Ausstellungen gibt es zur Zeit, die wir mit den Tickets besuchen können. Einmal die Dauerausstellung mit den Gemälden aus dem Goldenen Zeitalter der Niederlande, zum anderen die Sonderausstellung „Bird“. 

Erstmals hatte ich heute nicht das Gefühl mich zu langweilen mit den „alten Meister“. Bislang standen sie für da ist nichts spannendes zu entdecken, nichts von dem ist zeitgemäß. Doch das stimmt nicht. Ich muss mich revidieren. Manche Perspektiven aufs Leben, erfasste Gefühle oder Träume, klare Blicke, nichts beschönigende Portraits habe ich gesehen. Manche erinnerten mich Fotografien, die Geschichten erzählen.

Meine Frau hatte ihr eigenes Tempo, ihre eigenen Motive, die sie anzogen. Manchmal standen wir vor den selben Bildern. Sie wollte fotografieren. Doch nicht immer fiel es ihr leicht sich so hinzustellen, um gut fotografieren zu können. Die Vielzahl an Menschen die ebenso ihre Kamera zückten, verunsicherten sie. Sie zog dann lieber zurück.

Nicht zu unrecht sind die Stars des Museums Vermeer und Rembrandt oder Rubens. In meiner Wahrnehmung waren sie näher dran.

Interessant finde ich die Information, dass niemand so viele Selfies von sich hat angefertigt, wie Rembrandt.
Das Bild von Rubens hat mich besonders fasziniert. Worauf sind wohl die Augen der Alten gerichtet? Von allen Bildern wäre es das, was ich mitnehmen würde. Gut, dass viele Menschen es dort sehen können. Museen sind unersetzlich.

Und dann passiert es erneut, wie 2019. Sie musste dringend auf die Toilette und kam nicht zurück. Ich bin zur Damentoilette und habe nachgefragt was ist. So wie sie Schwierigkeiten hatte mehr zu sagen als, „es ist nicht gut“, klang es für mich schon als Bestätigung. Und es war so. Anders als damals, bin ich jetzt vorbereitet.

Bevor wir weiter konnten, sind wir ins Museumscafé und haben eine längere Pause eingelegt. Der Stress musste runter, ihre Gedanken in eine andere Richtung lenken. Dank des Verständnisses einer Servicemitarbeiterin wurde uns ein als reserviert gekennzeichnete Tisch gegeben. Bei Tee, Cappuccino, Wasser und Kuchen gelang es gut, Abstand vom Geschehen zu bekommen. 

Der Pauseneffekt war wenige Minuten gelöscht. Ich stürzte auf einer Treppe, hätte beinahe eine Besucherin umgerissen und lag am Fuße der Treppe. Meine Frau in Panik. Die Besucher:innen um mich rum. Ein Mitarbeiter des Museums bemühte sich um mich. Einen Moment brauchte ich um mich zu sammeln. Mit der Bitte, wenn es mir nicht gut gehen sollte, mich an seine Kollegen in der Ausstellung zu wenden, sind zu den Exponaten. Meine Apple Watch hat meinen Sturz ignoriert. Interessant.

Die kleine Sonderausstellung konnte ich nicht genießen. Ein Video zum Flug von Staren habe ich nur halb verfolgen können. Mir wurde komisch, schwindelig beim Zuschauen. 

„Wie haben wir uns eigentlich kennengelernt?“ wurde ich unvermittelt gefragt. Ich grinste, gab jedoch keine Antwort. Zu sehr war ich mit mir beschäftigt. Der Schmerz im linken Knie ließ deutlich nach. In Ruhe sind wir zurück ins Foyer und in den Museumsshop. 

Mir war nicht mehr danach, durch die Altstadt von Den Haag zu schlendern. Somit haben wir nicht wirklich etwas von der Innenstadt gesehen. Ein anderes Mal.

Fletcher Boutique Hotel

Keine zwanzig Minuten später hatten wir unser Hotelzimmer betreten. Unser letzter Abend im Hotel. Ein Drei-Gänge-Menü wollten wir später genießen. Bis dahin musste ich mich ablenken.

Screenshot taz Rätsel
Screenshot taz Rätsel

Frei Platzwahl im Restaurant. Diesmal hat der Service alles im Griff. Das Essen sehr lecker und die Getränke zur richtigen Zeit.

Ein ruhiges Essen. Kein Austausch über die beeindruckenden Bilder oder die Einkäufe am Vormittag. Eine Einbahnstraße ohne die Gefahr entgegen kommender Gedanken, wenn ich erzähle. Sie lächelt, neigt ihren Kopf, nickt oder schaut mich fragend an.

Vor dem Dessert habe ich angeboten die mir im Museum gestellte Frage nach unserem Kennenlernen zu beantwortet. Zwei Möglichkeiten gab es. Eine ernsthafte Antwort oder eine sehr flapsige. Sie wählte die ernsthafte Variante. Geschmunzelt hat sie bei meiner, unserer Geschichte.

Später habe ich sie gefragt, warum sie sich denn in mich verliebt habe. Ein wunderschönes herzhaftes Lachen bekam ich zur Antwort. Ich muss beim Schreiben dieser Zeilen selbst schmunzeln und an ein Refrain von Cat Ballou denken: „Et gitt kei Wood, dat sage künnt wat ich föhl, wann ich an Kölle denk…“ Wollte sie mit ihrem Schmunzeln und Lachen dies ausdrücken? Ich nehme das mal so an und lächele in mich hinein. 

Eine kurze Absprache, welche Kleidung für die Rückreise angebracht ist. Die ersten Vorbereitungen für das Koffer packen, geschehen einfach so. Damit endet der letzte Tag unserer kurzen Auszeit.

Der Wind ist abgeflaut. Unterm Dach ist es ruhig.


260315

Reisetag V

Eine sehr angenehme Nachtruhe mit nur einer Unterbrechung. Dafür war das vom Bett ins Bad zu gelangen mit mehreren Zusammenstößen verbunden. Im Dunkeln, mit nur halb geöffneten Augen, kollidierte ich zweimal mit dem Gebälk.
Für meine Frau begann der Morgen gegen 6:30 Uhr mit dem Gang zur Toilette. Die Sonne schien ins Zimmer. Der Blick nach draußen war der erste Genusshappen des Tages. 

Dachpfannen aus Ton
Dachpfannen aus Ton

Das Duschen klappte sehr gut. Routine. Ich war schnell durch. Das Wasser hatte die richtige Temperatur und meine Partnerin folgte mir. Abtrocknen und Hautpflege ging alles Hand in Hand. Die Kleidung lag bereit. Kurze Rückfragen ihrerseits und Bestätigung oder Verneinung meinerseits und wir konnten zum Frühstücken gehen. Es kam kein Stress auf. 

Wie die Tage zuvor, stand eine große Auswahl für die Gäste bereit. Diesmal entschied ich mich für süß. Für meine Frau, oh Wunder, war die Komposition der bisherigen Frühstücke. 

Ein wenig schneller als gedacht verließen wir dann doch das Restaurant. Meine Frau hatte den dringenden Wunsch, auf die Toilette gehen zu können. Nein, keine Unpässlichkeit oder ein anderer Stress. Es fühlte sich nur so an.

Die Hotelrechnung inklusive der Speisen und Getränke fiel so aus, wie von mir überschlagen. Zu meinem Erstaunen waren allerdings die Getränke von Mittwoch- und Samstagabend im Preis inbegriffen. Wir treffen noch einmal die freundliche Mitarbeiterin. Auf meine Frage, welche Zimmer denn etwas größer und schön sind, gibt sie mir die Empfehlung mit die Juniorsuiten auf der 1. Etage oder das Komfortzimmer auf der Etage anzufragen.

Nordseestrand Wassenaar
Nordseestrand in Wassenaar

Innerlich habe ich beschlossen zu prüfen, ob wir nicht im Spätsommer oder Herbst, dann mit den Rädern im Gepäck, zurückzukehren.

Rückreise

Kein Regen, nur sehr frisch. Keine 8 Grad am Hotel. Der Peugeot startet um 10:40 Uhr. Die Sitzheizung ist ein Segen. Gut drei Stunden Fahrt liegen vor uns. Nachdem das Zählen von Windmühlen ein Ende hat, höre ich meine Frau sagen: „Wir sitzen schon so lange im Auto. Wo fahren wir denn hin?“ Ihre Frage bleibt unbeantwortet. 

Statt dessen frage ich: Und, weißt Du jetzt warum Du Dich in mich verliebt hast?
Sie: Lacht, wirft den Kopf zurück, schaut mich an und prustet los.

Immer wieder erzähle ich von dem, was wir in den vergangenen Tagen gemacht und gesehen haben. Mal klinkt sie sich ein mit einem, „das war schön“ oder „ja, das stimmt“ oder „weiß ich nicht mehr“. Ich weiß, das war alles gestern oder noch davor. Doch diese Augenblicke des „Im-Hier-und-Jetzt-Sein“, die gehörten ihr. Nein, es ist nicht wichtig, dass sie das Erlebte jederzeit oder auch nur für eine bestimmte Zeit abr

In meiner Erinnerung erklingen durchaus andere Töne, erscheinen bunte Bilder der unterschiedlichsten Momente unserer Zeit in Wassenaar. Ihr Erstaunen und die Freude über die Pflanzen und die Vielfalt die uns im botanischen Garten begegneten. Wunderbar. Die Tiere, seien es Rehe, Kühe, Reiher, Papageien oder Schafe, sie alle werden von ihr mit Begeisterung wahrgenommen und ich darauf hingewiesen.

Sie im Becken des Schwimmbades im Voorlinden Museum zu sehen, wo sie so tut als ob sie tauchen würde. Ihr Lachen in dieser Situation. Was braucht er es mehr?  

Der Moment im Museum wo sie den Kopf zur Seite legt, mich anschaut und so ganz nebenbei mit einem Lächeln fragt: „Du, wo haben wir uns beide eigentlich kennengelernt?“ 

Eine Pinkelpause in einer Raststätte. Wir fahren jetzt nach Hause. „Was müssen wir denn noch einkaufen?“ Ich beruhige sie. Wir haben alles, was wir brauchen. Es ist Sonntag. 

Ihre Panik und Sorge um mich bei meinem Sturz im Museum.

Aus diesen und vielen anderen Episoden setzt sich ihr Gefühl, es ist schön hier zu sein, zusammen. Für mich ist es nicht anders. Eine gute Idee, hierhin gefahren zu sein.

Wieder zu Hause

Das Auto auspacken. Nichts ist leichter als das. Nur, wo ist meine Frau? Warum liegen noch die Taschen im Flur? Sie ist abgetaucht in unserer Wohnung. Eben noch im Hotel, lange Zeit im Auto verbringen, kurz die Langenfelder sehen und jetzt diese Wohnung. Ganz schön viel, was auf die Kette gebracht werden muss. Es ist wie es ist sage ich mir. Sie schaut sich um.

Nach und nach ist alles in der Wohnung und auf dem Balkon. Das Auto steht in der Tiefgarage. Meine Partnerin muss sich in ihrem Rhythmus und mit ihrem Instrumentarium unsere Wohnung langsam zu eigen machen. Oft begleitet sie mich mit etwas Abstand. Sie schaut mir zu. Zu allererst packe ich ihre Malutensilien aus und lege sie auf den Ateliertisch.  

Nur das, was heute noch gebraucht wird entnehme ich den Taschen und dem Koffer. Der Rest hat Zeit, drängelt nicht und wenn erst morgen der Koffer geleert sein sollte, ist das früh genug. 

Bei Earl Grey, Früchtetee und Gebäck, sitzen wir gemeinsam am Tisch. Holländisches Gebäck und leckere Nussecken von ihr und unserer Tochter. Was will ich mehr?

Auf den Tisch habe ich unsere Einkäufe aus dem Mauritshuis und den anderen Museen gelegt. Die Postkarten werden von ihr gesichtet.

Sie: Die hast du gut ausgesucht.
Ich: Nein, Du alleine hast die Karten ausgesucht.
Sie: Ich habe die Karten gut ausgesucht. Sind die schön. Sind die schön.

Begeistert werden die Karten immer wieder in die Hand genommen und begutachtet.

Sie: Die sind wirklich außergewöhnlich.

Mir macht es Spaß Anteil an ihrer Freude zu nehmen und zu haben. 

Sie sitzt an ihrem Ateliertisch und malt. Sie kommt mit einem Mandala und fragt etwas zu Farben und malt dann weiter. Angekommen ist sie.

Wie weiter?

In diesem Jahr haben wir bislang eine Woche im Spreewald geplant. Meine Kur als pflegender Angehöriger ist genehmigt. Die Einrichtung hat den Termin bestätigt.

Reisepässe sind beantragt. Vielleicht nehme ich doch all meinen Mut zusammen und reise mit ihr nach England zu ihren Verwandten.

Doch zu erst bin ich auf das, was sie erzählt, wenn wir in den kommenden Tagen ihre Fotos auf dem iPhone uns gemeinsam anschauen, gespannt. Möglich, dass sie Ausgangspunkte für Erinnerungen sind. Welche Bilder möchte sie ausgedruckt haben?


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