26. Juli – 15. August 2026
Bis bei mir die Erkenntnis, tu etwas für dich, mich zum Handeln nötigte, ist viel Zeit vergangen. Meine Neurologin hat auf meine Frage nach einer Kur sofort nach dem Formular gegriffen und nicht lange mit mir diskutiert. Ihr Handeln klang nach: Endlich denkt er mal an sich.
Für mich gab es nur eine zu erfüllende Bedingung. Meine Partnerin musste mitreisen können und mit mir gemeinsam untergebracht sein.
Wie es sich herausstellte, stellte dies in vielen Fällen eine nicht zu überwindende Barriere dar. In der Vorsorgeklinik für pflegende Angehörige, dem Landhaus Fernblick, der AWO in Winterberg, ist dies möglich.
Die TK entschied schnell. Im Dezember 2025 bekam ich die Zusage sowohl für meine Kur, wie auch die Kostenübernahme für meine Frau. Vom 26. Juli bis zum 15. August 2026 werden wir im Haus Fernblick zu Gast sein.
In den Telefonaten vor der Zusage wurde ich darauf hingewiesen, dass es unumgänglich sei, dass meine Frau von montags bis freitags in der Zeit von 8 – 16 Uhr die Tagespflege besucht. Anderenfalls sei es nicht möglich, mich an der Kur teilnehmen zu lassen.
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Meine Frau spricht, wenn ich mit jemanden darüber spreche, dass ich eine Kur bewilligt bekommen habe davon, das WIR zur Kur gehen. Wozu korrigieren. Ich schmunzle. Ich hoffe, dass dieses WIR dazu führt, dass sie ohne Widerstand in der Tagespflege ankommt. Meine Unsicherheit existiert noch.
Post aus der Vorsorgeklinik. Ein Satz Fragebögen und Informationen treffen ein. Jetzt wird es konkret. Bis zum 17. Juni müssen alle Unterlagen eingereicht sein. Auf dem Fragebogen lese ich: „Sofern die Unterlagen nicht zum gewünschten Termin vorliegen, vergeben wir den Platz anderweitig.“ Hart und klar formuliert.
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Eine erste Erfahrung.
Ich schrieb am 11. Juni: „…ich habe Ihnen mit einer separaten Mail den Link zu meinem Cloudordner gesendet. Dort finden Sie die von mir ausgefüllten Formulare, sowie die mir vorliegenden ärztlichen Informationen zu Diagnosen und die Medikamentenpläne. Bis zum Ende meiner Kur, am 15. August 2026 haben Sie Zugriff darauf.“
Am 12. Juni erreichte mich die Antwort: „…ich darf aus Sicherheitsgründen leider keine fremde Cloud öffnen. Oder ich müsste mir das erst von der EDV Abteilung in Dortmund freigeben lassen. Bitte senden Sie uns die Unterlagen als Anhang oder per Post.“
Wenn es um Datenschutz und Sicherheit geht, dann sind Anhänge mit personenbezogenen Daten an eine Mail, sicher nicht die Lösung.
Dann also per DHL oder Post als Einschreiben zur Kurverwaltung. Immerhin hat man die Verzögerung akzeptiert.
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Rückfrage
Ein wenig entsetzt war ich über mich. Da hatte ich den bisherigen Schriftverkehr mit der Kurklinik gescannt und die Papierversion durch den Schredder geschickt. Nun wollte ich nachschauen, wann wir am 26. Juli denn in Winterberg sein müssen. Je nach Uhrzeit, wollte ich ein Hotelzimmer buchen um keinem Stress ausgesetzt zu sein.
Tja, die ersten beiden Seiten des Schriftsatzes waren nicht erfasst. Keine Quelle, die mir Auskunft hätte geben können. Dann ran ans Telefon. Der erste Versuch scheiterte an der Warteschleife die vor dem Verbinden mit dem AB die Leitung kappte. Ein zweiter Versuch. Wieder Warteschleife und nach gefühlt fünf Minuten sprang ein AB mit seinem Text in die nicht gerade anregende Musikschleife und eröffnete mir die Möglichkeit, mein Anliegen zu platzieren.
Kaum aufgelegt klingelte mein Telefon. Eine Mitarbeiterin der Kurklinik meldete sich und beantwortete meine Frage. Sonntag um 15 Uhr werden wir erwartet. Perfekt. Wir benötigen kein Hotel. Für die Anreise rechne ich 2,5 Stunden. Nach dem Frühstück gehts los.
Im Laufe der Woche vor der Kur, werde ich wohl noch telefonisch von der Kurklinik kontaktiert, so die freundliche Mitarbeiterin.
Der angekündigte Anruf ist am Sonntag, den 19. Juli gegen 15:30 Uhr erfolgt.
Kurz wurde ich gebeten, bei unserem Hausarzt unsere Gesundheitskarten einlesen zu lassen. Man könne keine Medikamente verschreiben.
Mir wurde freigestellt, eigene Kissen mitzubringen. Einen Stoffbeutel für irgendein Tuch möge ich einpacken. Auf angemessene Kleidung und Schuhwerk wurde ich gebrieft. Wenn wir vor 13:30 Uhr ankommen, könnten wir noch ein Mittagessen bekommen. Ich möge bitte vor dem Haus parken, das Gepäck noch im Auto belassen und mich melden.
Dann ist ja alles klar, oder? Ich bin sehr gespannt.
