Auf dem Weg sein…

Diesen Text habe ich in einem  abonnierten Newsletter gefunden.  Wer Autor dieser Zeilen ist, stand nicht dabei.

Auf dem Weg sein
Allein, zu zweit, mit Vielen
Zur Krippe jedes Jahr
Unterwegs seit damals
Wandernde, Suchende
Noch nicht angekommen
 
Asyl benötigen
Wie damals vor 2000 Jahren
Die beiden
Sie nannten sich Maria und Josef
Sie bekamen Herberge
 
30.000 Kinder krepieren
Elendiglich vor unsrer Tür
Tag für Tag
Alle drei Sekunden eins
 
Das eine von damals
Wurde als Revolutionär
Ermordet
Und lebt in uns
In mir, in dir, in Vielen
 
Weihnachten –
Geburt Jesu Christi
Damals
Und alle drei Sekunden
krepiert ein Kind
An Hunger, Kälte, Krankheit.
 
Alle drei Sekunden

Und sie, die anderen?
Sie finden keine menschenwürdige Unterkunft
Sie finden Annahme nur selten
 
Wir? –
Wir können bereit sein!
Danke, Gott!

Für den Kalender „Andere Zeiten“ fällt der Text etwas zu hart aus. Das „adventliche“ fehlt so ganz und gar.
Ich schätze den Advent und Weihnachten und doch stottert es innerlich bei mir, wenn ich mir den biblischen Text einfach einmal als Film anschaue und schnell merke ich, diese Geschichte hat nun wirklich nichts mit meinem Bedürfnis nach selbstgebackenen Keksen, leckern Tee und Glühwein zu tun.

„Sorgenkind“

Mit diesem Begriff ist meine Generation groß geworden. Nicht viele Menschen mit einer Behinderung haben die dem nationalsozialistischen Rassenwahn verpflichteten übrig gelassen. In der aufstrebenden Republik nach 1949 entwickelte sich ein humanitäres Gefühl: „Sorgenkindern“ muss geholfen werden. Glücksspiellotterie und Samstagabend-Shows im Wechsel von ARD und ZDF. Alles nur, um Gutes zu tun.

Logo Monheim eine Stadt für alle
Logo Monheim eine Stadt für alle

Der Wandel vom „Sorgenkind“ zum „Mensch“ ist für mich der entscheidende Baustein, der Paradigmenwechsel der nötig ist, um Inklusion zu denken. „Aktion Mensch“ steht stellvertretend für diese Entwicklung. „Schon viel erreicht – noch viel mehr vor“, ein mir Mut machendes Motto. Vielleicht können wir in Monheim am Rhein einen Beitrag beisteuern, schließlich streben wir an „Hauptstadt des Kindes“ und „Eine Stadt für alle“ zu sein.

Mich bewegt was