Karnevalstip

Wenn es möglich ist, verreisen wir gemeinsam mit einer Freundin am Karnevalswochenende. Ein kurzer, anregenderer Trip. Doch am Rosenmontag erwarten wir, dass dr-zoch-kuett. In Monnem am Ring.

Leipzig 2026

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Skulptur vor dem "Zeigeschichtliches Forum" in Leipzig
Zeitgeschichtliches Forum – Skulptur

Unsere erste Tour 2026. Einwandfreie An- und Abreise mit der DB (ohne jegliche Verspätung); das MotelOne, gegenüber der Nikolaikirche, eine gute Wahl. Sehr kaltes, phasenweise sehr ungemütlich Wetter durchlebten wir in Leipzig. Und doch, Leipzig ist eine tolle Stadt. Eine mehrtägige Reise lohnt in jedem Fall. Ob musikalisches, kulturelles oder geschichtliches wartet darauf, entdeckt zu werden.
Unsere Rückreise forderte mich über die Maßen. Meine Partnerin war desorientiert und ihr Stress übertrug sich auf mich. Es gibt die Situation, in seiner Ohnmacht überfordert zu sein. Kein gutes Gefühl. Dankbar bin ich, dass die Bahnfahrt ohne Störungen und Verzögerungen von statten ging.


Emden 2025

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Innenhafen Emden - Nachtaufnahme mit beleuchteten Schiffen
Nachtaufnahme beleuchtete Schiffe im Innenhafen von Emden

Unsere Reise in den Norden, 2025. Überraschend vielfältig und interessant ist diese Stadt.

Am „Karnevalswochenende“ waren wir mit einer Freundin in Richtung Nordsee unterwegs. Diesmal nicht, um auf eine Insel überzusetzen. Einfach mal was anderes sehen. Moin, klingt gut, dachten wir.

Vermutlich habe ich, geschult durch zahlreiche beruflich bedingte Reisen, ein Schema in meiner DNA abgelegt, wie was und wann passieren muss, damit eine Reise gelingt. Das Planen und organisieren läuft automatisch ab. Routine. Zwei Tage vor der Abreise hieß es Koffer hochholen, von den Wetterprognosen erzählen und erste Fragen zur Kleidung beantworten. Nun war es an der Zeit, meine Partnerin mit einzubeziehen. Früher als 48 Stunden vorher, macht das keinen Sinn. Ihre Orientierung würde auf „sofort“ umstellen. Ihre Aufregung käme durch ihre Fragen nach… zu mir. Ihr Zeitempfinden würde davon ausgehen, dass es jetzt an der Zeit wäre, das Gepäck zu packen, den Koffer zu nehmen, die Jacke und danach die Schuhe anzuziehen, um zu starten. Warten, wäre schrecklich.

Mit den alltäglichen Erfahrungen gesegnet, saß ich an mehreren Abenden da und überlegte mir Szenarien, die sich an diesem Wochenende ereignen könnten. Akribisch versuchte ich mir im Trockenen, Lösungen vorzustellen und Vorsorge zu betreiben. Es wäre mir fast gelungen.

Anreise

Die digitalen Tickets griffbereit, die iPads und die Verpflegung für unterwegs in meinem Rucksack deponiert, das Notfallpack und die Ausweise im Rucksack meiner Frau verstaut, die Kleidung und die Ladetechnik im Koffer, so wie die Kulturtaschen und die Medikamente. Mit dem Koffer, einem Wanderrucksack und einem kleiner Lederrucksack ausgestattet ging es nach dem Frühstück los. Der Schnellbus fuhr pünktlich ab.

Auf dem Gleis des S-Bahnhofes stehend, wurde ich mit der Aussage: Ich dachte, wir würden noch zur Toilette gehen“, konfrontiert. Mit großen Augen, den einfahrenden RE im Blick konnte ich nur fragen: Wie dringend? Hat es noch eine Viertelstunde Zeit? Wir schafften es dann bis zur Behindertentoilette im Hauptbahnhof. Die Blicke der dreißig oder vierzig wartenden Jecken, die wir auf uns zogen als wir an ihnen vorbei zur Toilette gingen, waren mehrheitlich alles andere als entspannt freundlich. Wir sollten schon abgewatscht werden, weil wir einfach mit dem Koffer hinterherziehend an der Schlange vorbei zogen. Den Euroschlüssel für die Behinderten WCs schwingend, wurde uns dann doch der Zugang zur Tür gewährt. Dieser Schlüssel ist ein Segen.

Angekommen

Der IC verlies pünktlich den Hauptbahnhof und erreichte sein Ziel ohne eine relevante Verspätung. Blöd war, dass im Wagon, beide Toiletten wegen Defekt gesperrt waren. Alleine zur Toilette gehen zu lassen, fiel aus. 
Auffallend war, dass in dem Moment wo wir unseren Zielort erreichten, meine Partnerin wie selbstverständlich davon ausging, das ich schon mal da war und mich auskennen würde. Früher habe ich beruflich bedingt Vorfahrten machen müssen. Vielleicht sollte ich unter der Headline Selbstfürsorge, diese Praxis wieder aufnehmen. Netter Gedanke, leider ohne Aussicht auf seine Umsetzung.


Ortsveränderung bedeutet Orientierungslosigkeit. Wo sind wir? Wieso sind wir hier? Was machen wir? Fragen über Fragen, die in ihr entstanden und raus mussten. Besonders schön fand ich ihre erstaunte Aussage, dass es für unsere Freundin ganz schön stressig sein muss, jeden Tag diese lange Strecke mit der Bahn zur Arbeit zu fahren. Ja, das wäre echt stressig. Manchmal bemerkt meine Partnerin, dass sich Fragen wiederholen. Sie entschuldigt sich dann, was gar nicht nötig wäre.

Streetart will fotografiert werden

Nicht zu Hause

Unser Hotelzimmer war gut. Um nachts der Orientierungslosigkeit ein wenig entgegenzuwirken, platzierte ich ein LED Licht im Badezimmer. Die Tür zum Bad blieb offen. Und dennoch. Bei der nächtlichen Suche nach der Toilette, wurde der naheliegende Weg gewählt. Ihre Bettseite lag zur Hoteltür. Somit war für sie schlaftrunken klar, ich nehme die erste Tür zur Toilette. Die führte allerdings in den Hotelflur. Von ihrem Aufstehen und öffnen der Türe wurde ich wach. Sie dann zurück ins Zimmer zu holen und zur Toilette zu bringen, war nicht schwer.

Sehen und Fotografieren

Mit ihrem iPhone besitzt sie einen Fotoapparat, den sie gut bedienen kann. Seit Jahr und Tag hat sich die Bedienung nicht geändert. Da sie selbst nicht mehr jemanden anruft, vom Terminkalender und seinen Informationen überfordert ist und weder Signal oder Threema selbständig bedient und genutzt werden können, ist ihr iPhone das Tool, was dokumentiert: Hier war ich. Das habe ich gesehen. Wunderbar. Durch die Synchronisation per Cloud stehen die Bilder ihr auch auf dem iPad zur Verfügung.

Im letzten Jahr hat sich ihr Tage verändert. Müdigkeit ist ein Thema, nicht nur, wenn sich im Ausnahmezustand befindet. In der Regel ist ihr Energie nach 20:30 Uhr auf einem Level angelangt, was nahelegt, zu Bett zu gehen. Auf einer Reise bedeutet das, ich habe ab dann im Hotelzimmer Zeit. Diesmal war es nicht viel anders, selbst wenn das Foto etwas anderes zu sagen scheint. Es wird halt früh dunkel.

Unzulänglich

Zu den Routinen gehört es, die täglich zu verabreichenden Medikamente in ein Tagesbox Display einzusortieren. Am Samstagmorgen bemerkte ich meinen Fehler. Das Antidepressiva fehlte. Dass ich über mich verärgert war, wissen die Menschen, die mich kennen. Gut, es war nur ein Tag, an dem sie das Medikament nicht einnehmen konnte. Nach der Rückkehr am Sonntag, verabreichte ich es mit den anderen Medikamenten.

Die Frage bleibt, wie komme ich an fehlende Medikamente, sollten wir länger unterwegs sein? Ich hoffe, dass dies in Deutschland durch einen Kontakt mit der Praxis über ein E-Rezept möglich sein wird. Doch an einem Wochenende, im europäischen Ausland? Mir ist klar, dass ich beim kommenden Termin mit der Neurologin diese Frage aufgreifen werde.

Eine andere, für mich virulente Frage ist, ob längere Reisen zukünftig durch mehrere kleiner abgelöst werden?


Strasbourg 2023

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Strasbourg Außenwand Museum
Strasbourg Außenwand Museum

In diesem Jahr nach Strasbourg. Ein sehr lohnendes Ziel. Tolles Hotel und unglaublich viel zu entdecken.


Rotterdam 2022

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Rotterdam Blick auf Skyline mit Erasmusbrücke
Rotterdam Blick auf Skyline mit Erasmusbrücke

Unsere Reise nach Rotterdam. Kalt und Trocken. Mitten in der City einquartiert, haben wir uns treiben lassen. Ein sich immer wieder lohnendes Ziel.