Wind und Meer. Kunst und Kultur. Botanik.
Nach meiner Genesung von einer beidseitigen Pneumonie wollte ich ans Meer. Tief Luft einatmen. Mit einer Verzögerung, geht es nun endlich an die Zee. Ein Hotel in Wassenaar, zwischen Leiden und Den Haag gelegen, wird für vier Nächte unser Ausgangspunkt für Strandwanderungen, Besichtigungen, Stadtbummeln und Kunsterlebnisse.
260310
Packtag. Wie mittlerweile üblich, sind wir (noch) Gäste in der Tagespflege. Warum „wir“, ist ein eigenes Kapitel, zu dem ich vielleicht noch unter „Alltag Alzheimer“ meine Erfahrungen wiedergebe.
Wieder zu Hause angekommen, ist alles entspannt und gut. Eine Unruhe überfällt meine Frau in dem Moment, wo ich ihr sage, dass ich jetzt für unsere vier Tage in Wassenaar packen würde. Ihre Reaktion: „Kann ich helfen?“
Ich: Ja, wenn Du Dir den Film „Romantisches Holland: Zwischen Tulpenpracht und Königskrone“ aus der WDR Reihe „Wunderschön!“ anschaust. In diese Region fahren wir morgen. Vielleicht entdeckst Du etwas, was wir uns ansehen sollten.
Für fast neunzig Minuten habe ich den von mir gewünschten Zeitrahmen um für die vier Nächte am Meer zu packen. Passt sehr gut. Seit vielen Jahren nutze ich die App „PackTheBag“ bei der Planung und Finalisierung des Packens für eine Reise.
Passt alles, wenn ich auch auf die Mitnahme unserer Fahrräder verzichte. Unbeständiges Wetter mit recht kräftigem Wind, erwartet uns.
260311
Starten
Okay, die Nacht war so was von daneben. Egal. Ich freue mich aufs Meer, Spaziergänge und Entdeckungen. Mir ist bewusst, dass die Zeit nicht reichen wird, um all die interessanten Angebote wahrzunehmen. Dann kommen wir halt wieder, sage ich mir heute. Nur etwas mehr als drei Stunden Anreise mit dem Auto liegen vor uns.
Gemeinsam mit Müsli, Getreidekaffee und Earl Grey frühstücken. Der Wetterbericht für Wassenaar und Umgebung ist stabil.
Blumen gießen, Heizung runter drehen, Strom regulieren und und und. All die Dinge, die vor dem Verlassen der Wohnung automatisch ablaufen.
Unpässlich
Nein, überrascht war ich nicht, als ich aus dem Badezimmer das Rufen nach mir vernahm. Klar, die Unpässlichkeit hat wieder zugeschlagen.
2019, in Den Haag, haben die Unpässlichkeiten begonnen, die wie Überfälle daher kommen. Seitdem sind sie für mich alltäglich.
Ruhe ausstrahlen, Imodium Akut geben und dort behilflich sein, wo es erforderlich ist.
Ihre Ruhe ist dahin. Ihre Angst kann ich sehen. Jeder Satz ist durchtränkt mit einer tiefen Unsicherheit. „Können wir nicht hierbleiben?… Ich habe Angst.“
Ruhe ausstrahlen, darum geht es jetzt. Wir reisen mit dem Auto, ergo haben wir keinen Zeitdruck.
Eine Auszeit im Bett entspannt sie.
Anreise
Zwischen Monheim am Rhein und Leiden regnete es. Die etwas über drei Stunden Fahrt stellten kein Problem trotz der morgendlichen Unpässlichkeit dar.
Vielmehr beschäftigte meine Partnerin, ob wir schon in Holland wären, wie lange das denn geht, was wir denn einkaufen müssen, wohin wir denn fahren. Es war nicht gerade wenig womit sich meine Frau auseinandersetzte.
Etwas außerhalb des Ortes, mitten in den Dünen liegt unser Ziel, das „Fletcher Boutique Hotel“.

