Rothenburg ob der Tauber – Wien

Eine Tour zum Genießen soll sie sein, die Fahrt entlang der Altmühl. Glaubt man anderen, ist es entlang der Donau nicht minder interessant.

Etappen Altmüh: Tauberquelle – Linden | Linden – Herrieden | Herrieden – Pappenheim | Pappenheim – Eichstätt-Landershofen  | Eichstätt-Landershofen – Beilngries | Beilngries -Hirschberg – Abensberg
Etappen Donau: Abensberg – Regensburg  | Rothenburg – Pfelling | Pfelling – Vilshofen | Vilshofen – Passau-Salzweg | Passau – Obermühl | Passau – Obermühl | Obermühl – Linz | Linz – Spitz | Spitz – Tulln | Tulln – Wien

12-08-03
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wäsche sortieren und packen. Die letzten Kontrollen am Rad, die Reifen aufpumpen und dann entspannt auf den morgigen Start warten.

12-08-04
Tauberquelle – Linden | 31,7 Km
Das was als Tauberquelle ausgewiesen wird, ist kein touristischer Magnet. Unscheinbar. Der Radweg ist gut ausgeschildert, führt entlang der Tauber nach Rothenburg. Ein Stopp am „Bahnhof“ in Bockenfeld hat uns gut getan. Nett ist die kleine Gaststätte und die Preise für die angebotenen Speisen und Getränke sind völlig in Ordnung.
Rothenburg ob der Tauber. Eine interessante Stadt. Nur was ist faszinierender, die Touristen aus aller Welt, allen voran die Asiaten, oder die historischen Gemäuer? Ich hab mehr auf die Leute geachtet und auf die asiatisch beschilderten Geschäfte. Bislang hatte ich so etwas noch nicht gesehen.

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Unterwegs eine Schaf-, Ziegenherde mit Eseln.

Von Rothenburg geht es zuerst runter ins Tal. Nach nur wenigen Kilometer steigt der Weg stetig an. Und dann muss ich absteigen und schieben. Der gewählte Weg durch den Wald überfordert meine Kondition.
Unser Quartier in Linden ist der Gasthof Linden. In einem 2011/2012 renovierten Gästehaus werden wir beherbergt. Thema des Hauses: Kräuter. Sehr angenehme Atmosphäre, schöne moderne Zimmer. Eine gute Wahl. Empfehlenswert.
Morgen gehts weiter auf dem Altmühlweg.

12-08-05
Die Betten im Gästehaus des Gasthofes Linden sind gut. Das Frühstücksbüffet hat alles gehabt, was wir wollten. Eine gute Grundlage für unsere Weiterfahrt nach Herrieden.

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Altmühlweg bei Colmberg

Linden – Herrieden | 46,6 Km
Der Streckenverlauf ist zu Beginn abwechslungsreich. Mal geht es kurze Phase bergan, dann wieder kann man das Rad laufen lassen. Ein erster kleiner Hingucker ist der von der Altmühl gespeiste Hornauner Weiher. Ein großes Zeltlager der Evangelischen Jugend und zahlreiche Wohnmobile umringten den kleinen See. Noch ist die Altmühl in diesem Teil ein sehr gemächlich fließendes Rinnsal, ein Bach.
Die Burg oberhalb von Colmberg ist weithin sichtbar. Durch den sich anschmiegenden Golfplatz führt der Altmühlweg hinab in den Ort. Achtung. Am Ende der Straße muss man nach links auf die Ortsdurchfahrt wechseln. Hier ist der Verkehr deutlich höher. In Colmberg machen wir keine Pause. Einen wirklich guten Blick auf die Burg und den Ort hatten wir nach dem wir auf dem Altmühlweg radelnd Colmberg in Richtung Frommetsfelden verlassen.
Der Weg nach Leutershausen führt über Zweiflingen und dann Jochsberg. Verdammich. Diese kleinen Steigungen waren fies.
Bevor wir uns in einem Straßencafé in Leutershausen niederließen, sind wir etwas durch die Gassen gefahren. In der Nähe der Kirche sind wir vor einem mit Texten zugeklebten Fachwerkhaus stehen geblieben. Es hatte den Anschein hier wird eine öffentliche Debatte mittels einer Fensterzeitung geführt. Alle Fenster und die Eingangstür waren über und über mit beschriebenem Papier zugeklebt. Bedrückend, bedrohlich.

„Der Wind kommt immer von vorn“, so war vor vielen Jahren ein Buch übers Radwandern überschrieben. Nach Leutershausen bewahrheitete sich diese Weisheit.
In Herrieden angekommen, wurden wir von Störchen aus dem Störchenturm empfangen. Malerisch. Mein Photo der Szenierie wurde teuer. Mein Rad kippte um, der Lenker wurde durch den angehängten Fahrradhelm abgefangen. Schön, nur hatte ich dann einen in zwei Teile geteilten Helm. Morgen steht der Besuch in einem Radladen an. Ohne Helm will ich nicht fahren.

Herrieden ist ganz nett. Die Kirche am Markt, die dem Papst Ratzinger so gut gefällt, dass er sie 2010 zu einer päpstlichen Basilika erhob, ist innen sehr aufwendig gestaltet. Unter den zahlreichen Schriften findet sich eine kleines Heft für Kinder. Mit einer Art Suchspiel wird die Kirche erklärt. Gut.

Unser Quartier Landgasthof Hotel Bergwirt haben wir teilweise schiebend erreicht. Die Zimmer sind groß, das Bad gut. Über Frühstück und Schlafkomfort lässt sich erst später was sagen.

In der Gaststätte LiNDE am Marktplatz lässt sich gut einkehren. Freundliches Personal mit einer kleine Karte mit regionalen Gerichten und Getränken warten auf Gäste. Wir waren zufrieden.

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Storchenturm, auf dem seit Jahrhunderten Störche nisten. Herrieden

12-08-06
Nach einem guten Frühstück mit leckerem frischen Obstsalat ging es den Berg runter nach Herrieden. In der Nacht hatte sich der angekündigte Regen eingestellt. Bis auf wenige Momente regnete es auf der ganzen Etappe.

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Blick zurück auf Ornbau

Herrieden – Pappenheim | 67,5 Km
Auf den knapp 30 Kilometer bis nach Gunzenhausen am Altmühlsee, hat uns Ornbau gut gefallen. Wie gesagt, es regnete und bis auf einen Photostopp sind wir durch eine der kleinsten Städte Bayers geradelt. Bis Gunzenhausen führte der Altmühlweg über asphaltierte Wege.

Pause im Café Flair in Gunzenhausen. Nett wurden wir bedient und als wir später noch ein paar Schritte gehen wollten, wurde uns zugesichert ein Auge auf die bepackten Fahrräder zu haben. Das Schlendern bei Regen fällt kurz aus. Ein paar Äpfel und eine Semmel mit Leberkäs kaufen, dann weiter.
Die Fahrbahndecke des Radweges besteht nun oft aus Naturmaterial. Das konnte man dank des Regens überall am Rad und der Kleidung sehen.

Treuchtlingen war uns noch eine Pause Wert. Zu Beginn regnete es nicht und so ließen wir uns auf der Terasse einer Eisdiele nieder. Der Regen setzte wieder ein und begleitete uns bis nach Pappenheim. Der Gasthof zur Sonne ist unser Nachtquartier. Die Zimmer sind sehr schön. Bei der Buchung wussten wir noch nicht, welch gute Küche uns erwartet. Der Lammstrudel ist (m)eine Empfehlung. Wir waren sehr zufrieden. Wer in der Gegend absteigen und/oder essen möchte, sollte den Gasthof zur Sonne in die engere Wahl ziehen.

12-08-07
Ausgeschlafen und gut gefrühstückt geht es weiter.

Pappenheim – Eichstätt-Landershofen | 48,3 Km

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12 Apostel – Felsformationen

Die Sonne hat sich durchgesetzt. Es regnet nicht mehr. Erste Station, die Weidenkirche in Pappenheim. Die Evangelische Jugend Bayern hat vor einigen Jahren eine offene Kirche aus Weiden gepflanzt. Mit uns haben etliche Radreisende dort Station gemacht, teils aus Neugierde, teils um dort eine Andacht zu halten. Ein wohl tuender Ort.

Der Altmühlweg verläuft jetzt längere Zeit auf landwirtschaftlichen, nicht asphaltierten Wegen. Das Tal der Altmühl ist eng und so schmiegt sich der Radweg mal an die Eisenbahntrasse, dann wieder an den Fluss oder den Hang. Dabei wechselt man mehrfach die Uferseite.

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Gegen Mittag ziehen Regenwolken auf

Unser Abstecher in das Urdonautal haben wir nach wenigen Kilometer abgebrochen. Regen kündigte sich an. Zur Brotzeit haben wir uns in der Nähe des Sportplatzes in Dollnstein niedergelassen. Der einsetzende Regenschauer konnte uns nichts anhaben.

Der Weg von Dollnstein nach Eichstätt verläuft ähnlich strukturiert wie der erste Teil unserer Tagesetappe. In Eichstätt-Landershofen steht der Landgasthof Pröll, in dem wir Quartier genommen haben.

Eichstätt selbst war uns ein ausgiebiger Besuch Wert. Es ist ein lebendiges Städtchen in dem es viel zu sehen gibt. Ungewöhnlich das Deckengewölbe des Kreuzganges am Dom. In einem Flügel sind die Deckenstreben gekreuzt, so dass sich eine fortlaufende Struktur ergibt und die an sonsten übliche Kastenform wirkt aufgelöst. Es lohnt sich ein Blick auf die im Innenraum liegenden Grabsteine und die Christusfigur die ein Lamm auf den Schultern trägt. Am Rande des Innenhofes steht eine Steinsäule. Oben drauf eine Steinplatte in die ein Labyrinth gehauen ist. In der Mitte quillt Wasser hervor und rinnt ganz langsam durch die Wege des Mandalas. Am Ende rinnt das Wasser an allen vier Seiten die Säule hinab. Beeindruckend.

Die Wahl des Restaurants war in Ordnung. Die Auszeichnungen des Restaurants waren im Essen nicht zu schmecken. Es kam bei weitem nicht an die Qualität der Küche in Pappenheim heran.

12-08-08
Eichstätt-Landershofen – Beilngries | 46,5 Km

Die Übernachtung im Landgasthof Pröll war gut, die Auswahl an Brötchen (Semmeln) war noch nie so groß beim Frühstück wie hier.

Es läuft gut. Zwei kleine Reparaturen waren nötig. Beim Verstellen des Sattels riss das Gewinde des Spanners. In Pfalzpaint half ein Besuch in einer Schlosserei. Eine Ersatzschraube wurde gefunden. Allerdings hielt sie die Spannung nicht aus. In einer kleinen Zweiradwerkstatt konnten wir eine passende gehärtete Edelstahlschraube finden die jetzt den Sattel hält. Der Techniker half und außer einem Dankeschön wurde nichts angenommen. Überhaupt sind uns bislang nur freundliche Menschen begegnet.

 

 

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Burgruine von Arnsberg

Auf dem Marktplatz in Kipfenberg stehen die Stühle und Tische der Konditorei Bauer. Hier haben wir uns einer besonderen Herausforderung gestellt: Windbeutel Blaubeere (Konditreieis Himbeere + Vanille). Zu dritt haben ihn geschafft.

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Windbeutel Blaubeere

Bis nach Beilngries warten einige kleinere Steigungen. Die zu nehmen fällt nicht schwer. Zwei Kilometer vor Beilngries lädt das Freizeitzentrum Kratzmühle am Pfraundorfer See mit zahlreichen Sitzgelegenheiten zur Rast ein. Schwimmen wäre möglich gewesen, doch es war uns zu frisch. Stattdessen bewunderten wir die Paragleiter, die vom gegenüber liegenden Hang sich ins Tal stürzten und mit ihren Schirmen Vögeln gleich kreisend an Höhe gewannen. Faszinierend. Unser Etappenziel, der Gasthof zum Hirschen liegt auf dem Hirschberg, unweit vom Schloss Hirschberg. Schon von weitem konnten wir das große Schloss, hoch über Beilngries sehen. Oh ha, das wird hart für Arme und Beine. So kam es auch.

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Hinweisschild in Hirschberg

Schieben, Pause machen, Schieben, Pause machen. In diesem Rhythmus ging es 800 lange Meter den Berg nach Hirschberg hoch.
Angekommen, Gepäck im Zimmer verstaut und ab in das Hotel eigene Naturschwimmbad. Das kühle Nass hat den Schweiß abgewaschen. Erfrischt und abgekühlt konnten wir den Ausblick über das Tal und Beilngries genießen. Ein kurzer Besuch am Schloss, dann zum Abendessen ins Hotel. War gut.

Die Altmühl werden wir morgen verlassen. Sie geht bekanntlich im Main-Donau-Kanal auf. Mich hat gewundert, wie ruhig die Altmühl daher kommt. Wie bei einem Teich sind viele Flächen im Uferbereich mit Seerosen bedeckt. Erst bei Eichstätt zeigte der Fluss, dass er fließt. Die zahlreichen Paddler auf der Altmühl konnten nicht groß auf die Strömung des Flusses setzen. Der Zahl der Kanus zu urteilen, ist das kein Nachteil. Die Ruhe des Flusses überträgt sich auf die Kanuten.

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Schloss Hirschberg

Auf den Radwegen ist ebenfalls viel los. Die Strecke Strom abwärts und aufwärts ist beliebt. Etliche Radler sahen wir immer wieder, nicht wenige fuhren ohne Gepäck ihr Etappe. Zahlreiche Reiseagenturen organisieren den Gepäcktransport und die Zimmerreservierung. Morgen geht es nach Abensberg. Dort steht ein von Hundertwasser entworfener Turm einer Brauerei. wir sind sehr gespannt.
12-08-09
Beilngries -Hirschberg – Abensberg | 72,2 Km

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Blick auf den Main-Donau-Kanal im Altmühltal

Mit einem reichhaltigem Frühstück sind wir in den Tag gestartet. Die fast 3 Km lange Abfahrt hinunter nach Beilngries verlief deutlich schneller als unser Aufstieg vom Vortag.
Unser erstes Ziel war Riedenburg. Ein kleines Städtchen in dem wir uns mit Proviant für unser Picknick am Kanal eindeckten.
Entlang des Kanales wurden Abschnitte der Altmühl zu Biotope. An einigen alten Schleusenanlagen kamen wir vorbei, entdeckten Zu- und Abflüsse und sahen, wie in einem alten Arm der Altmühl die Algen geschnitten wurden.
Der Radweg entlang des Kanals besteht fast ausschließlich aus einer Schotterpiste. Es staubt ganz schön. Die Trinkflasche am Rahmen sieht entsprechend aus und das Mundstück muss vor jedem Trinken erst einmal gereinigt werden. Doch, es ist ein schönes Fahren. Allerdings hatten wir noch nie so viele Mit-Radler auf einer Etappe wie heute.
Unser nächster Stopp war die große Schleuse vor Kelheim. Wir wurden Zeuge der Schleusung eines Ausflugsdampfers und eines Lastschiffes. Sehr interessant. Das Lastschiff passte gerade noch in die Schleuse. Maßarbeit des Schiffsführers.
Beim Eis in Kelheim konnten wir das Treiben in diesem Knotenpunkt an Donau und Kanal beobachten. Ein weiterer Besuch in einem Radladen (in Kelheim) endete mit dem Austausch eines Lenkers, bei einem anderen Rad wurde der Defekt des erst drei Wochen alten Radlagers festgestellt. Mit dem defekten Radlager wird erst einmal weiter gefahren.

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Baustelle des Neubaus/Kuchlbauer Turm

Für den letzten Streckenabschnitt nach Abensburg mussten wir einen neuen Weg suchen. R20 Kelheim – Abensburg, er beginnt am Bahnhof Saal. Wir sind in Affecking rechts in Richtung Teuerting abgebogen und am Betriebshof des Kreises Kelheim vorbei bis zur B16 gefahren. Von dort ist der Radweg ausgeschildert. Ab und an muss man langgezogene Steigungen hochtreten. Angekommen in Abensburg sieht man eine restaurierte Altstadt und das neue Wahrzeichen, dem Kuchlbauer Turm, ein Hundertwasser Architekturprojekt. Im Bau befindet sich ein weiteres Objekt, das vom Wiener Architekt Peter Pelikan im Stil Hundertwassers geplant wurde.

Das Altstadthotel Kneitinger ist mitten in der Altstadt. Eine gute Adresse.

12-08-10
Abensberg – Regensburg | 53,4 Km

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Marktplatz Abensberg – Stadthotel lila Haus

Nach einem kurzen Spaziergang durch Abensberg ging es langsam entlang der Landstraße nach Sandharlanden. Der folgende Anstieg nach Holzharlanden ging in die Beine, schieben musste ich jedoch nicht. Die längere Abfahrt nach Weltenburg entspannte die Muskulatur. Am Kloster Weltenburg landen die Fahrgastschiffe aus Kelheim an. Mit der Maximilian II sind wir durch den Donaubruch nach Kelheim gefahren. Beim mittlerweile bekannten Radhändler in Kelheim haben wir noch einen kurzen Stopp gemacht und den liegen gelassenen Fahrradhelm abgeholt.

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Donau zwischen Welrenburg und Kelheim

Über Saal an der Donau ging es in Richtung Regensburg. Anfänglich ist der Radweg auf dieser Seite der Donau nicht als Donauradweg ausgezeichnet. Viadan oder Radweg Bad Abbach war zu lesen. In Bad Abbach stößt der Donauradweg auf den Viadan und ist abhier als Donauradweg geführt. Im Örtchen haben wir uns für die Brotzeit eingedeckt. Die Quark-Mohn-Schnitte war sehr sehr gut (Bäcker am Beginn der Fußgängerzone bei der Wasserskulptur).
Der Radweg führt bis Regensburg unmittelbar an der Donau entlang. Vom Ortsschild Regensburg bis zur Stadtmitte dauert es gefühlte Stunden. Ein Park geht in den anderen über.
Unser Quartier trägt den verheißungsvollen Namen „Hottentotten Inn“. Etwas außerhalb des Stadtzentrums, nahe der Donau und mit Waschsalon und Kneipe ausgestattet bietet es alles was wir brauchen. Unsere Zimmer sind groß.

12-08-11
Kulturtag in Regensburg.

In unserem Quartier zwischen Baustellen, Containerhafen und Donau fühlen wir uns wohl. Gut geschlafen haben wir hier. Wer mag bekommt zum Frühstück einen Milchkaffee oder einen Latte. Es ist ein gut sortiertes Frühstück.

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Regensburg: Blick von Turm der Dreieingkeitskirche
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Biergarten auf der Oberer Wöhrd

Dass die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ist sicherlich keine Fehlentscheidung gewesen. Die verwinkelten Gassen, die Plätze, zahlreiche Kirchen und Bürgerhäuser gilt es zu entdecken. Es macht Spaß, durch die Stadt zu schlendern. Nur die Preise in Regensburg liegen spürbar über dem, was wir bislang gezahlt haben. Wer Eis liebt, sollte beim Stenz in der Gesandtenstraße vorbei gehen. Sehr lecker.
Gut gegessen haben wir einige Meter weiter im Restaurant „Altstadt-Engel„. Nette Atmosphäre und freundliche Bedienung. Vorspeise und Hauptgang kamen in einem guten zeitlichen Abstand zueinander.
Im Biergarten auf der Oberer Wöhrd ist viel los. Wir hatten Glück einen Platz an der Außenseite zur Donau zu ergattern. Zu unserer Überraschung saßen am Nachbartisch eine holländische Familie aus Amsterdam, die wir seit Tagen immer wieder getroffen hatten. Sie waren mit ihren beiden kleinen Kindern von Rothenburg bis Regensburg geradelt. Tolle Leistung für die Kleinen. Es war nett, sich über die Tour und die Erfahrungen als Radtouristen auszutauschen. Ab morgen radeln wir zu viert.

12-08-12
Rothenburg – Pfelling | 77 Km

Was ist ein „Architektur Psychologe“? In Rothenburg radeln wir an einem Haus mit dem vielsagenden Schild vorbei.
Der Weg nach Straubing verläuft mal auf asphaltierten, mal geschotterten Wegen. Eigentlich wie immer. Am Donaudeich entlang, durch kleine Weiler mit zahlreichen Bewirtungs- und Übernachtungsangeboten. Biergärten säumen den Donauradweg, doch meistens sind es keine echten. Ich habe gelernt, dass im echten Biergarten nur Getränke ausgeschenkt werden und der Gast sein Essen mitbringen und verzehren kann.

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Altstadt von Straubing

Straubing ist unsere Zwischenstation, kurz vor unserem Übernachtungsquartier. 200 Jahre „Gäubodenfest“ bestimmt Straubing. Gut 1,5 Millionen BesucherInnen werden erwartet. Das war der Grund, warum wir in Straubing kein Quartier finden konnten. An der Festwiese sind wir vorbei und in die historische Innenstadt gefahren. Beim Abschließen der Räder bricht mir der Schlüssel im Schloss ab. Merde. Zur Acht im Hinterrad gesellt sich ein defektes Schloss. Da hilft nur Eis essen, was trinken, kleiner Spaziergang um die Dindl und Lederhosen zu gucken und ein paar Photos zu schießen, kurz: Ablenken.

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Dirndl und Lederhosen TrägerInnen in Straubing

Für Montag, in Vilshofen plane ich den Besuch einer Zweiradwerkstatt ein.

In Bogen-Pfelling, im Gasthaus Donaublick haben wir Quartier bezogen. Die Strecke von Straubing bis Pfelling ging mir in die Beine. Das Hinterrad blockierte zunehmend.

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aus der Speisekarte

Ein wenig enttäuscht waren wir, dass von ca. 12 Gerichten der Speisekarte noch drei zur Auswahl standen. Alles andere war weg. Um eine Alternative im Dorf zu suchen, fehlte die Motivation.

12-08-13
Pfelling – Vilshofen | 57 Km

Die Betten waren gut und am Frühstück gab es nichts auszusetzen. Im Gegenteil, die selbst gemachte Kürbis- und Waldbeerenmarmelade waren ein Erlebnis. Das Gespräch über die Geheimnisse der Zuraten und Zubereitung hat mir einige Anregungen gegeben.

Mein Versuch, das Hinterrad gängig zu machen, kostete mich die Hinterradbremse. Dafür rollt das Rad einigermaßen und das Treten gegen den Widerstand hört auf.

Bis Deggendorf verläuft der Weg meist unterhalb des Deiches. Im Ortseingangsbereich haben wir ohne Absicht den Radweg verlassen und sind am Donauufer geblieben. Am Ende des Uferweges befindet sich der Campingplatz von Deggendorf. Wir sind, entgegen der Weisung eines Schildes, im Schritttempo über das Gelände gefahren. Niemand hat es gestört. Vom Ausgang des Platzes geradeaus, durch einen Park weiter fahren. Am Ende des Parks dem Straßenverlauf folgen. An der Kreuzung ist man wieder auf dem Donauradweg. Linker Hand bieten Aldi und Edeka die Möglichkeit, sich mit Proviant zu versorgen. Davon haben wir Gebrauch gemacht. Unser Picknick haben wir akustisch neben der A3 gemacht. Zu früh, denn nachdem man die Autobahn überquert hat, findet man rund 1Km weiter einen ruhigen See mit Lagermöglichkeiten. Ein Blick in den Bikeline hätte geholfen.

Den Donaubogen vor Winzer haben wir gemieden und sind stattdessen auf der Alternativroute durch Winzer gefahren. Ich wollte möglichst zügig nach Vilshofen zur Fahrradwerkstatt. Dort hatte ich mich bereits telefonisch angekündigt. Ab Hofkirchen bin ich Solo unterwegs gewesen. Den Besuch im Biergarten habe ich verschoben und bin durchgefahren. Vor Vilshofen ist ein Planetenpfad entstanden. Leider hatte ich keine Muse mir das genauer anzuschauen. Schade. In Vilshofen hatte ich vergessen, dass mir keine Hinterradbremsen zur Verfügung stehen würden. In einer sehr engen, steilen Kurve nach unten endete mein Bremsversuch mit einem Sturz. Passiert ist mir nicht viel. Etwas geschockt bin ich erst zum Hotel Bairischer Hof und dann zur Werkstatt Würdinger.

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Fundstück in Vilshofen

Wieder vereint sind wir abends sehr lecker in der „Cantina“ italienisch essen gegangen. Beim Kniffeln nach dem Essen habe ich sensationell drei Kniffel in einem Spiel gewürfelt und mit über 500 Punkten gewonnen.
12-08-14
Vilshofen – Passau-Salzweg | 31 Km

Gut geschlafen habe ich im Bairischen Hof. Das Frühstück ging so. Das konnten andere besser, wenn auch die Wildmarillenmarmelade super geschmeckt hat. In anderen Kleinigkeiten merkte man, dass das Hotel in die Jahre gekommen ist. Damit meine ich nicht die uns sehr freundlich umsorgten Mitarbeitenden.

Mein Fahrrad wurde gegen Mittag fertig. Ein komplett neues Hinterrad musste eingebaut werden. Zwei Speichen hatten sich quasi aus der Felge gerissen. Vermutet wurde, dass die Spannung der Speichen zu hoch war und bei der Belastung des Rades bei einem Bordstein oder Schlagloch die Speichen die Felge zerrissen haben.

Reparatur meines Rades
Reparatur meines Rades

Dass die Firma Würdinger kurzfristig die Reparatur durchführte und der Meister persönlich bei unserem zweiten Rad das Radlager wieder in Ordnung brachte, war einfach toll. Mit dem reparierten Rad ging es locker auf unserer Brötchentour nach Passau. Keine 30 Km bis ins Stadtzentrum der barocken Perle an der Donau.

Ein kleiner Imbiss auf dem Rathausplatz und dann ging es fast drei Kilometer rauf zum Hotel Bergwald. Wieder einmal hielt der Name, was er andeutet: Berg und Wald. Meine Erkenntnis, auch wenn ich hoch gefahren bin, ich komme aus dem Flachland. Berge: zu Fuß. Mit dem Rad? Lieber nicht.

12-08-15
Passau – Obermühl | 53 Km

Nach einem guten Frühstück mit frischem Obstsalat ging es rasant zur Bäckerei. Marias Himmelfahrt ist sowohl in Bayern, wie in Österreich Feiertag. Einige Bäckereien haben vormittags geöffnet. Fürs Picknick hatten wir am Vortag eingekauft. Kurzer Stopp für einen Apothekenbesuch, dann ging es los in Richtung Landesgrenze, entlang des linken Donauufers. Ein großer Teil des Donauradweges läuft entlang der stark befahrenen Bundesstraße. Schöner wäre es anders, doch nicht möglich. Das enge Donautal bietet keine Alternative.
In Passau konnten wir sehen, dass die Wasser des Inns und der Donau unterschiedliche Farben haben. Die gemütlich dahin fließende Donau tendiert ins Blau, der schnelle Inn mit seiner weit sichtbaren Strömung schimmerte in grün-blauen Tönen. Je weiter die Donau sich vom Zusammenfluss der beiden Ströme entfernte, desto mehr nahm sie die Farbe des Inn an.

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Zusammenfluss von Inn und Donau

Kurz vor dem Grenzübergang kehrten wir für ein Getränk in einem Biergarten ein, um kurz hinter der Grenze auf dem Kieselstrand der Donau Mittagspause und Brotzeit zu halten.
Bis zur Fähre in Schlögel verläuft der Radweg fast ausschließlich auf kleinen Nebenstraßen, die allerdings für den übrigen Verkehr frei gegeben sind. Autos, Motorrädern und Landmaschinen begegnet man öfters.
In Ronnamühl konnten wir von der Brücke aus das Zusammensetzen eines Floßes zum Flößen von Baumstämmen beobachten.

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Flößen an der Donau

Erinnerungen an „Twisted River“ von John Irving wurden geweckt. Mit welcher Leichtigkeit und Sicherheit sich die Flößer auf den schwimmenden Baumstämmen bewegten, hat uns beeindruckt.
In Schlögel angekommen hat man die Wahl zwischen zwei Fähren. Übersetzen muss man in jedem Fall, da in der Schlinge das Donauufer nur rechts befahrbar ist. In Inzell haben wir die Fähre übersehen und sind bis Kobling weiter dem Weg gefolgt. Dieser Weg verläuft zwischen Donauufer und Wald, somit sehr schattig. In Kobling haben wir nach Obermühl übergesetzt. Die Fähre sieht alt aus, ist sie auch. Witzig, das für die kurze Fahrt über die Donau ein Kühlschrank voller Getränke inklusive eines Obstbrandes vorgehalten wird. Bei den Temperaturen sicherlich ein gutes Zugeschäft.
Obermühl ist sehr überschaubar. Der Gasthof Fischhaus ist unser Quartier. Das Abendessen, gegrilltes Welsfilet. Es hat sehr gut geschmeckt. Mein Tipp: den Apfel-Birnen-Most unbedingt probieren. Auch die Fruchtsäfte, wie der Most selbst gemacht, sind sehr lecker.

12-07-16
Obermühl – Linz | 51 Km

Mit einem leckeren Frühstück und unglaublich guten Fruchtsäften sind wir in den Tag gestartet. Regnen sollte es heute. Kühl war es beim Start. Für die linke Seite des Donauradweges hatten wir uns entschieden.
In Untermühl standen wir erneut an einer Fähre und haben uns ans rechte Ufer der Donau bringen lassen. Es hätte auch links mit Hilfe der Fähre weiter gehen können, denn sie fährt im Dreieck. Unterhalb von Schloss Neuhaus gibt es keinen Weg entlang des Flusses, so dass der Fährmann die Passagiere einige hundert Meter um den Felsen herum bringt. Wir hatten Aschach auf unserem Programm und nahmen dann den Weg entlang des rechten Ufers.
Im Straßencafé der Sonne in Aschach bekamen wir am Donauufer unseren Braunen und gespritzten Apfelsaft. Grüße mussten an die Gastwirte übermittelt werden. Doch die Adressaten waren bereits verstorben.
In Ottersheim überraschte uns die Drahtseilbrücke. Das Prinzip der Drahtseilbrücke haben wir bei unserer Tour auf dem Elberadweg kennen gelernt. Die Strömung des Flusses treibt die durch Drahtseile gesicherte Fähre an. Langsam und ohne Lärm geht es auf die andere Seite.

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Drahtseilbrücke über die Donau in Ottensheim

Von Ottensheim bis Linz Urfahr verläuft der Radweg entlang der hoch frequentierten Straße. Eine Aternative gibt es nicht. Auf dem rechten Donauufer gibt es keinen Radweg. Schön und gemütlich ist anders.

Unser Quartier Harry’s Home bezeichnet sich selbst als das unmögliche Hotel. Es liegt auf der linken Donauseite unmittelbar vor dem Pleschinger See.
Im Hotelpreis ist kein Frühstück enthalten. Man hat die Wahl zwischen zwei Varianten, die extra berechnet werden.

Automat im Hotel
Automat im Hotel

Tabak, Süßes, Waschpulver, Suppe… alles aus dem Automat. Waschmaschine und Trockner vorhanden. Unser Zimmer im zweiten Stock grenzte an den Servicebereich mit Waschmaschinen, Trockner und Automat. In der ersten Nacht hat der Trockner uns Nerven gekostet. Das gute Stück lief geräuschvoll bis Mitternacht. Zu laut.

12-08-17 und -18
Eigentlich ist nur ein Ruhe- und Kulturtag vorgesehen. Ein Infekt macht eine Verlängerung und Reiseänderung erforderlich. Zwei von uns werden mit dem Zug einen Teil der Radroute – bis Spitz – zurück legen. Die anderen werden eine Doppeltour bewältigen.

Linz und Kultur. Das geht gut zusammen. 2009 Kulturhauptstadt Europas.

Im Ars Electronica Center
Im Ars Electronica Center

Meine Empfehlungen: das Ars Electronics Center, das Lentos Museum, das OÖ Kulturauartier und aktuell in der Tabakfabrik die Ausstellung „Porsche – Design, Mythos und Innovation“.

In der Atstadt stehen zahlreiche Bühnen: Linzer Krone Fest. Openair und gratis. Im OÖ Kulturauartier hat es uns das „Sinnesrauschen“ angetan. Über 40 KünstlerInnen haben Parkdecks in Wasserspielplätze verwandelt, Dächer begehbar und den Ursulinenhof mit Wahrnehmungsobjekten erfahrbar gemacht. Viel ist zu entdecken. Manches erinnert an Werke von Hugo Kückelhaus, doch ist ein Großteil der Ausstellung von der Sinneslehre Rudolf Steiners inspiriert.
Von der Pöstlingbergbahn haben wir uns hoch auf den Hausberg von Linz bringen lassen. Eine tolle Aussicht hat man von dort oben auf die Stadt und das Umland.

Eisstock schießen auf Asphalt - Wettbewerb
Eisstock schießen auf Asphalt – Wettbewerb

Nur wenige Kilometer von Linz entfernt liegt Mauthausen. Oben, bei den Steinbrüchen, befindet sich die Gedenkstätte KZ Mauthausen. Zeit sollte man mitbringen und den Weg in und aus den Steinbruch gehen. Ein mörderischer Ort.

12-08-19
Linz – Spitz
Hotel – Hbf 7,5 Km | 168 Km Bahn | Krems – Spitz 20,6 Km
(130 Km mit dem Rad)

Heute teilen wir uns auf, zwei bewältigen mit dem Rad das Tagespensum und zwei testen die ÖBB. Rund 130 Km liegen vor den Radlern. Wir entscheiden am Bahnhof Krems, ob die Kondition nach überstandenem Infekt ausreicht, um von Krems nach Spitz zu radeln. Wir radeln, ist unsere Entscheidung in Krems. Unsere Ortsunkenntnis und Lust einfach drauf los zu fahren bringen uns in Krems zum Karrikaturenmuseum.

Skulpuren von DEIX
Skulpuren von DEIX

Dem Karrikaturenmuseum gegenüber befindet sich die Strafvollzugsanstalt – der Knast von Krems. Die Gesichter der Skulpturen sind in Richtung Knast gedreht. Wer sich diese Gesichter anschaut, wird die Schadenfreude, das Lachen vielfältig deuten können. Etwa schwarzer österreichischer Humor?

Bahnfahren mit der ÖBB.
Die Reservierung der Stellplätze für unsere Räder war zwingend notwendig. Ohne diese hätten wir nicht mit dem OIC, vergleichbar unserem IC fahren können. Per Telefon und mit Kreditkarte war das alles völlig unkompliziert. Zum Schluss bekam ich meine ÖBB-Kundennummer und den Abholcode durchgegeben. Vor der Abfahrt habe ich mit dem Abholcode am Automaten unsere Fahrscheine ausdrucken können. Unkompliziert.
Der OIC Wagen hatte an beiden Einstiegen je einen Einhängplatz für ein Rad. Eng ist es, da dort auch größere Gepäckstücke stehen. Sich gegenseitig beim Einstieg helfen, ist so gut wie unmöglich.

 

[Radaufhängung im IC
[Radaufhängung im IC
ÖBB fahren...
ÖBB fahren…

Unsere beiden Helden des Radweges und der Pedale sind bei Sonnenschein und rund 37 Grad im Schatten 130 Km von Linz bis nach Spitz gestrampelt. Inklusive der Pausen waren sie gut 10 Stunden unterwegs. Und das ohne E-Bike. Auf E-Bikes ist man entlang des Radweges eingestellt. Ladestationen zu finden ist ein Leichtes. Wer eins testen möchte, kein Problem. Viele Gasthöfe und Hotels vermieten diese Bikes.

Der Gasthof „Goldenes Schiff“ in Spitz ist unser Quartier für eine Nacht. Ein großes Zimmer, gute Betten und eine Dusche, mehr brauchen wir nicht für die Nacht. Alles vorhanden. Auf der großen, zur Donau liegenden Terasse, lassen wir uns zum Abendessen nieder. Meine bestellte Auswahl an regionalen Ziegenkäsen ist köstlich, von den im Titel angegebenen Paradeisern bin ich enttäuscht, eine halbierte Tomate. Ein wenig mehr, habe ich erwartet.

12-08-20
Spitz – Tulln | 66,9 Km
Sonne total, 37 Grad im Schatten.

Bis nach Krems sind wir auf der linken Seite entlang der Rebstöcke und durch die kleinen vom Weinanbau bestimmten Orte gefahren.

Nach unserem Seitenwechsel profitierten wir anfänglich von der Ufer nahen Streckenführung des Radweges. Die Donau „kühlte“ die Luft mit dem Wind der über dem Wasser entsteht. Immer, wenn sich der Weg vom Ufer entfernte stieg die Temperatur an. Pralle Sonne, Windstille, Asphalt, Maisfelder und Häuserwände in Ortschaften gaben die gespeicherte Hitze ab. Kurze Pausen nahmen zu, der Wasservorrat ab. Grausam.

Hundertwassers Schiff Regentag
Hundertwassers Schiff Regentag

Den Weg zum Hotel „Römerhof“ in Tulln kürzten wir ab. Kurzer Checkin, Gepäck verstauen und los zum Supermarkt, Getränke kaufen. Unser Quartier ist in die Jahre gekommen und die drei Sterne mögen vor vielen Jahren vergeben worden sein. Verglichen mit allen bisherigen Herbergen ist diese die schwächste. Kleinstes Zimmer, Bad nur für eine Person nutzbar, nicht wirklich sauber und Vorhänge an denen man die Spuren der Zeit ablesen konnte. Für das Gebotene war der Preis von 80,-€ für das DZ zu hoch. Andere Gasthäuser können es besser und preiswerter. Unser Fazit: diesen Gasthof würden wir nicht mehr buchen.

Tulln ist ganz nett. Die „Regentag“, das Schiff von Hundertwasser liegt im Gästehafen und neben der Reiterstatue für Marc Aurel, lässt sich das Monument der Nibelungensage bestaunen.

12-08-21
Tulln – Wien | 46,6 Km

Der Nibelungensage wird gedacht
Der Nibelungensage wird gedacht

Immer an der Donau entlang auf dem asphaltierten Weg mit der Nummer 6. Vor Klosterneuburg heißt es aufpassen. Theoretisch besteht die Möglichkeit an einem kleinen Hafen eine Fähre zu nutzen. Wir nahmen die Alternativroute durch den Ort. Andere, die die Fähre nutzen wollten, kamen unterrichteter Dinge uns hinter her gefahren. Die Fähre war außer Betrieb.

"Speisewagen" im Biergarten kurz vor Klosterneuburg
Speisewagen kurz vor Klosterneuburg an der Donau

In Wien vermehrt sich die Radwegbeschilderung. Zahlreiche europäische Radwege führen durch Wien. Abseits dieser Routen gibt es Radwege, doch nicht immer ist der Wiener Autofahrer gewillt, dies zu akzeptieren. Zwiespältiger Eindruck.

Unser Quartier in Wien: Hostel Ruthensteiner. Wir haben das Appartement mit zwei DZ und jeweils angeschlossenem Bad. Eine Wucht. Sehr großzügig, hell und schön eingerichtet, ganz ruhig mit einem kleinen Garten. Die Oase in der Großstadt.

Eingang Hostel Ruthensteiner
Eingang Hostel Ruthensteiner

Viele Empfehlungen gibt es für Wien, die Reiseführer sind voll. Vier von mir:

1. „BikeCityGuide“ ist ein iPhone-App, das ich in Wien erstmalig genutzt habe. Mit Hilfe des App kann man Radtouren zu interessanten Orten zusammenstellen. Für Wien eine gute Sache. Wir sind zu zweit auf eine Architekturrunde gegangen. Klasse.

2. Museumsquartier
Selbst wenn man kein Fan mittelalterlicher Kunst oder von Videoinstallationen ist, lohnt ein abendlicher Stopp im MQ. Die lockere Atmosphäre, die chillige Musik im Innenhof zwischen Fassaden des 18., 19. und 21. Jahrhunderts zu genießen tut gut.

3. Auf den Internetseiten von Wien Touristik besteht die Möglichkeit seine Aktivitäten in Wien zu planen. Das Ergebnis lässt sich ausdrucken und/ oder abspeichern.

4. Übernachten im Hostel Ruthensteiner.

Museumsquartier Wien
Museumsquartier Wien

Unsere Erfahrung, zwei Tage Wien reichen nicht für die Stadt.

Auffällig

1. Nach Passau waren alle Radwege asphaltiert. Die Ausschilderung war durchweg gut. Aber Achtung, in Wien ist es anders.
2. Mit einem iPhone 4s, mit den Apps „Snapseed“, „Diptic“. „AutoStitch“, „ProCamera“ und „Photogene²“ lassen sich ordentliche Bilder machen. Die „WordPress“ App hat dafür gesorgt, dass während der Tour täglich Text und Bilder in den Blog geschaufelt werden konnten.

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