Anleger in l'Arcouest zur Île de Brèhat

Bretonische Tage

Bretonische Tage

Das Wort „Bretagne“ hat einen guten Klang in meinen Ohren. Herb, Weite,  von Wind und Wetter geprägte Landschaft und Menschen, eine abwechslungsreiche Küste, viele kleine Städte mit ihren Märkten voller regionaler Spezialitäten. Nach Finistere jetzt Cote Granit Rose.

Anreise und Abreise

Amiens

Die Hauptstadt des Departements Somme lag auf unserem Hin- und Rückweg. In einer verlängerte Mittagspause entdeckten wir eine Stadt, die ihrer Geschichte von 1914-1918 gedachte und die Gegenwart nicht aussparte. Eine reizende Innenstadt mit vielen interessanten Ecken, die wir auf der Rückfahrt näher in Augenschein nahmen.

Kathedrale von Amiens bei der nächtlichen Illumination.
Kathedrale von Amiens bei der nächtlichen Illumination.
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In Amiens

 Le Havre

Hinfahren und selbst erleben. Ich bin mir sicher, die Stadt in der Normandie wird unterschätzt. Nach der katastrophalen Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde Le Havre nach Plänen des Architekten Auguste Perret neu erbaut. Heute steht der Stadtkern auf der Liste des UNESCO Welterbes. Finde ich gut.
Ein besonderer Ort ist die Kirche St. Joseph. Auch sie von Auguste Perret entworfen wurde. Über 12.000 handgefertigte Glaselemente tauchen den Raum in besonderes Licht.
Tabac Laden in Le Havre
Tabac Laden in Le Havre
Le_Volcan_Architekt_Oscar_Niemeyer

Kulturzentrum von Le Havre. Architekt: Oscar NiemeyerDer Brasilianer Oscar Niemeyer entwarf das heutige Kulturzentrum, Le Volcan genannt. Im Hintergrund die Kirche Saint Joseph.

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Kunstobjekt aus Überseecontainern zusammengestellt. Am Hafen.
Beeindruckendes Kunstwerk am Quai de Southampton. Ebenso beeindrucken kann ein gemächlich auslaufendes Kreuzfahrtschiff bei Nacht. Hier die Navigators of the Seas. Unbekannt ist, wie hoch der Schadstoffausstoß der Dieselagregate ist.
Navigators of the Seas
Navigator of the Seas, eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt
Blick auf Étretat
Blick auf Étretat, dem alten Seebad.

Bretagne | Cóte de Granit Rose

Über „Gite de France“ ein Quartier zu buchen, kann ich nur empfehlen. Abgeschieden, zwischen Plouguiel und Tréguier am le Guindy gelegen, unser Domizil.

Der GR 34 wurde unsere Orientierung entlang der bretonischen Küste. Abwechslungsreich, mal beschaulich ruhig, dann wieder voll mit Touristen, eng am Wasser oder breit ausgebaut wurde und mit Verbotsschildern bestückt. Empfehlenswert für Wanderungen sind die Carte de Randonnée Karten (0714 OT und 0814 OT) des Institut Geographique National. Der örtliche Buchhandel kann sie bestellen. Einige Wanderungen habe ich zusammengefasst.

Ausgangspunkt: Plougrescant

15 Kilometer entlang der Küste. Selbstverständlich auch, das begehrte Motiv des eingepferchten Hauses vor einem Salzsee. Unweit entfernt locken die Felsen von Le Gouffre, auf denen sich bei Sonne und Wind sehr gut picknicken lässt, wenn denn die Zahl der Wanderer sich in Grenzen hält, so wie bei uns.

Strand an der Küste
Bucht bei Plougrescant
Bretonisches Haus
Unbestätigten Meldungen nach, wird dieses Objekt wie kein anderes abgelichtet.

Aufzeichnung der Wanderung

Ausgangspunkt Plougrescant
Aufzeichnung der Wanderung
Markttage

Sieben Tage die Woche gibt es Märkte. Ein besonderer Genuss ist der Besuch einer dieser lokalen Märkte. Ohne frisches Obst, Gemüse, Käse oder Fisch endet kein Gang entlang der Stände. Ganz nebenbei entdecken wir neue Ortschaften.

Kirche in Lannion
Kirche in Lannion zu der mindestens 142 Stufen zu erklimmen sind.
Marktstände mit bretonischen Feldfrüchten
An sieben Tagen in der Woche kann man einen Markt aufsuchen.
Ausgangspunkt: Perros Guirec

Um es vorweg klarzustellen: tolle Felsformationen, massenhafte Besucher.  Es ist klar, hier muss man gewesen sein. Die rund 16 Kilometer Rundweg von Stadtmitte über Strand, entlang der Route des GR 34 über Ploumanac´h mit dem Blick auf die Inselgruppe der Sept-Îles über la Clarte zurück nach Perros Guirec boten zahllose Fotomotive.

Steinformation der Cote Granit Rose
Steinformation der Cote Granit Rose

 

Die Inselgruppe der Sept-Îles zu sehen lohnt sich, wenn man für sich geklärt hat, dass es nur eine Besichtigungstour ist. Mehr nicht. Der kurze Aufenthalt auf der zur Sept-Iles gehörenden Insel Ile aux Moines ist unspektakulär. Leider haben wir – aus nicht erklärbaren Gründen – nicht alle Inseln umrundet. Beeindruckend war der Stop vor der Ile de Malban mit ihrer Basstölpel-Kolonie. Ein Eindruck, den ich zumindest bislang nur aus dem Fernsehen kannte.

Der Atlantik mit gegenläufigen Strömungen
Gegenläufige Strömungen an der Île auf Moines
Île de Malban mit ihren Vogelkolonien

Unangemeldet erschien am Himmel die „Patroulle de France“ vor der Küste von Ploumanac´h und Perros Guirec.  Am Himmel wurde die Tricolore hinterlassen, Herzen gesprüht und andere Figuren. Die insgesamt acht Maschinen zelebrierten vor den Augen der Gäste am Strand, auf den Booten und Schiffen ein ansehnliches Programm. Applaus brauste an Deck auf, Hände flogen in die Luft, jedes auftauchen im Blickfeld, jede Figur wurde beklatscht und lautstark begrüßt. Mächtig viel Stolz und Pathos war an Deck zu beobachten. 

Ausgangspunkt: Tregastel

GR 34 und das „Vallée des Traouiero“ sind gut zu kombinieren. Gut 16 Kilometer lang ist die Runde, die von Tregastel bis hinter Landrellec dem GR 34 an der Küste folgt und dann über Kerénoc – einer alternativen GR 34 Route führt – um bei Trémarche in das Flusstal einzusteigen.

Segelboot auf dem Trockenen. Seenebel zieht auf.
Segelboot auf dem Trockenen. Seenebel zieht auf.
Jetzt nicht umgeben vom Wasser, aber bald.
Ausgangspunkt Tregastel
Wanderroute um Tregastel
Ausgangspunkt: la Roche Jaune

Wie kein zweiter Wanderabschnitt hat dieser meine Füße beansprucht. Die zuerst eingeschlagene Alternativroute des GR 34 führte asphaltiert rund 3 Kilometer aus dem Ort, um dann an den Le Jaudy abzubiegen.

Der ausgeschilderte GR 34 führte entlang der Wasserlinie des Le Jaudy durch Schlickablagerungen, über Felsen und ehemaligen Muschelbänken. Romantisch, wenn man trittsichere Wanderschuhe mit starkem Profil an den Füßen trägt. Zum Glück, war Niedrigwasser. Anderenfalls hätten wir die Tour abbrechen müssen. Am Ende der knapp 6,5 Kilometer langen Runde, davon rund 3 Kilometer am Wasser entlang, wussten meine Füße ganz genau, welchen Untergrund sie getreten hatten.

Die Muschelfunde, vor allem der Schalen der Jakobsmuscheln, belohnten die Mühe.

Annex am Le Jaudy in der Höhe von la Roche Jaune
Zuchtbecken im la Jaudy
Zuchtbetrieb auf dem Le Jaudy bei la Roche Jaune
Ausgangspunkt la Roche Jaune
Wanderroute Le Jaudy
Ausgangspunkt: Paimpol

Unser rund 13 Kilometer langer Rundkurs auf dem GR 34 und über das Hinterland entlang eines Flusses zurück nach Paimpol führte für eine längere Zeit durch Wälder, in denen die Chataignier Bäume (Edelkastanie) voller Früchte standen. Interessanterweise konnten wir auf dem Markt bretonischen Chataignier-Honig kaufen. Damit war nicht zu rechnen. Lecker.

Paimpol. Schiffe schleusen in den Hafen
Paimpol. Schiffe schleusen in den Hafen

Die alte und eindrucksvolle  Abtei von Beauport bei Paimpol ist ein lohnendes Fotomotiv. Wären wir nicht  kurz nach Mittag dagewesen, dann…

Abtei von Beauport
Abtei von Beauport
Ausgangspunkt Paimpol
Wanderung von Paimpol
Ausgangspunkt: Ploubaznaec

Auf der Ile de Bréhat ist es voll. Gefühlt im Minutentakt legen die Schiffe ab und an, verbringen Tagesgäste, Bewohner und Dauergäste auf die Insel.

Anleger in l'Arcouest zur Île de Brèhat
Übersetzen auf die Île de Brèhat
Weinstöcke auf der Île de Brèhat
Weinstöcke auf der Île de Brèhat

Dass die Kosten auf der Insel deutlich über denen am Festland liegen, geschenkt. Schließlich muss alles per Schiff auf die Insel gebracht werden. Nur muss deshalb die Freundlichkeit im Umgang mit Gästen nicht darunter leiden. Vielleicht hatte ich nur Pech, dass ich an zwei unfreundliche Mitarbeitenden im gastronomischen Gewerbe geraten bin. Zur falschen Zeit am falschen Ort.

 

Kreuz auf dem Friedhof
Kreuz auf dem Friedhof von Truiégier

 


Bilder: iPhone 5SE | Bearbeitung: Lightroom, Snapseed

2 thoughts on “Bretonische Tage”

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